Experten erwarten ab Freitag in Deutschland erhebliche Probleme für den Verkehr.

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Schnee und Sturmböen, wie hier in Ungarn, drohen am Wochenende auch in Deutschland. Tief „Daisy“ zieht vom Mittelmeer nach Westen quer durch Europa.

Schnee und Sturmböen, wie hier in Ungarn, drohen am Wochenende auch in Deutschland. Tief „Daisy“ zieht vom Mittelmeer nach Westen quer durch Europa.

dpa

Schnee und Sturmböen, wie hier in Ungarn, drohen am Wochenende auch in Deutschland. Tief „Daisy“ zieht vom Mittelmeer nach Westen quer durch Europa.

Düsseldorf. "Daisy" kommt nach Nordrhein-Westfalen. Das Tief, das am Wochenende über Deutschland zieht, bringt im Westen zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee. Im Bergischen Land und im Sauerland können es sogar bis zu 20 Zentimeter sein.

Sind die paar Zentimeter ein Grund zur Entwarnung? "Nein, die Auswirkungen, besonders auf den Verkehr, werden erheblich sein", sagte Karl-Heinz Nottrodt vom Regionalbüro des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen am Mittwoch.

Stürmischer Wind, der auf freien Flächen zu Schneeverwehungen führt, verschärft die Situation. Die Räumarbeiten werden erschwert, zudem geht vielen Städten das Streusalz aus.

Der Schneefall im Westen beginnt laut DWD in der Nacht zu Samstag. Erst im Laufe des Sonntags wird er nachlassen. Dazu gibt es Dauerfrost. "Durch den bissigen Wind fühlt es sich an wie minus 15 bis 20 Grad", erklärte Nottrodt.

Die ganze Nordhalbkugel ist vom strengen Winter betroffen

Das Tief "Daisy" hat sich am Mittwoch im Mittelmeerraum gebildet. Über die Adria und die Ostalpen zieht es Richtung Tschechien und von dort nach weiter Deutschland. Bereits am Fretiag kann im Süden und Osten viel Schnee fallen.

Das Winterwetter ist keine Entschuldigung, wenn Beschäftigte zu spät zur Arbeit kommen. "Das Auto ist nicht angesprungen" oder "Die Bahn ist ausgefallen" zählen nicht als Ausreden, sagte ein Arbeitsrechtler. Mitarbeiter müssten bei solchen Problemen mehr Zeit für den Weg zur Arbeit einplanen. Wer zu spät kommt, muss als Ausgleich länger arbeiten oder mit Lohnkürzungen rechnen.

Durch die "brisante Mischung" mit dem Wind bestehe regional Unwettergefahr, erläuterte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom DWD. Jörg Kachelmann vom Wetterdienst Meteomedia sieht in der Wetterlage zwar "Potenzial", es sei jedoch noch nicht sicher, ob ein Drama passiere. Durch die Kälte in Deutschland sind bereits sieben Obdachlose erfroren.

Auch in anderen Teilen Europas sowie in Asien und Nordamerika führt das Wetter zu extremen Problemen und chaotischen Verhältnissen. Großbritannien erlebt den härtesten Winter seit 1981. Schneestürme behinderten den Flugverkehr. Mehrere Flughäfen blieben am Mittwoch geschlossen, darunter London Gatwick, an anderen Flughäfen kam es zu Ausfällen und Verspätungen. Pkw-Fahrer steckten im Schnee fest, hunderte Schulen blieben geschlossen.

In Schottland brach der Zugverkehr zwischen Glasgow und Edinburgh zusammen. Die Krankenhäuser bereiteten Notfallpläne vor, in einigen Supermärkten kam es zu Panikkäufen. Nach Angaben des englischen Wetterdienstes Met Office ist kein Ende des Winterwetters in Sicht. In Südengland sollen bis zu 40 Zentimeter Schnee fallen.

Im Nordwesten Frankreichs behindern Schnee und Eis den Verkehr. Betroffen sind 14 Departements in der Bretagne und Normandie. In einigen Regionen dürfen weder Lastwagen noch Schulbusse fahren. In der Bretagne sind die Bewohner zum Stromsparen aufgefordert, um drohende Stromausfälle abzuwenden.

In Italien herrschen Minusgrade, vielerorts mit Schneefall. In Nord- und Mittelitalien kam es durch starke Regenfälle zu Überschwemmungen. Sintflutartiger Regen sorgt in Albanien für Überschwemmungen. Regierungschef Sali Berisha spricht von einer "echten Notlage".

Strenge Kälte führt in den USA selbst in Florida zu Minusgraden. Die chinesische Hauptstadt Peking liegt unter einer 35 Zentimeter dicken Schneedecke. In mehreren Provinzen in Zentral- und Ostchina führen die eisigen Temperaturen zu Kohle- und Stromknappheit.

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