Harare/Kapstadt. Wilderer in Simbabwe haben in den vergangenen Tagen sieben Spitzmaulnashörner erlegt. In ganzen Land gebe es von der bedrohten Tierart nur noch etwa 200 Exemplare, sagte der Tierschutzexperte Johnny Rodriguez am Dienstag in Harare.

1980 habe es in Simbabwe noch 7000 dieser Tiere gegeben. Die jüngsten Vorfälle ereigneten sich im Matopos-Nationalpark im Südwesten des Landes sowie in einem privaten Wildgehege im Südosten. In beiden Gebieten seien schwer bewaffnete Wildhüter stationiert, um rund um die Uhr bedrohte Tiere zu schützen, zitierte der „Daily Herald“ den obersten Wildhüter des Landes, Vitalis Chadenga.

Allerdings agierten Wilderer heute als organisierte Banden und benutzten moderne Technik, darunter auch Hubschrauber. Das Geschäft mit dem Nashorn gilt als sehr lukrativ: Bis zu 60 000 US-Dollar (45 500 Euro) kostet ein Kilo verarbeitetes Nashornpulver auf den Märkten Asiens - es soll angeblich Heilkraft haben, besonders aber die Potenz fördern.

Allein in Südafrika, wo fast 90 Prozent der etwa 23 000 Nashörner Afrikas leben, wurden 2010 mehr als 330 Spitz- und Breitmaulnashörner von Wilderern erlegt.

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