Statiker bestätigen Sicherheit der Baugruben – aber nur bis zum nächsten Hochwasser.

Ein Schild, das auf den Fluchtweg hinweist, hängt in Köln in der künftigen U-Bahn-Station Heumarkt. In Köln kommen immer unglaublichere Dinge zum Bau der U-Bahn ans Licht.
Ein Schild, das auf den Fluchtweg hinweist, hängt in Köln in der künftigen U-Bahn-Station Heumarkt. In Köln kommen immer unglaublichere Dinge zum Bau der U-Bahn ans Licht.

Ein Schild, das auf den Fluchtweg hinweist, hängt in Köln in der künftigen U-Bahn-Station Heumarkt. In Köln kommen immer unglaublichere Dinge zum Bau der U-Bahn ans Licht.

dpa

Ein Schild, das auf den Fluchtweg hinweist, hängt in Köln in der künftigen U-Bahn-Station Heumarkt. In Köln kommen immer unglaublichere Dinge zum Bau der U-Bahn ans Licht.

Köln. Nach dem Bekanntwerden immer neuer Pfusch-Vorwürfe beim Kölner U-Bahn-Bau laufen die Sicherheitsüberprüfungen auf Hochtouren. Auch das Land NRW hat sich eingeschaltet - aus Sorge um die Sicherheit beim Kölner Rosenmontagszug, dessen Weg unmittelbar an einigen der kritischen Baustellen vorbeiführt.

Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) haben "externe Gutachter" verpflichtet. Damit wollen sie die bislang rein rechnerisch belegte Sicherheit der Bauwerke untermauern. Eine Uni mit Tiefbau-Fakultät wird dazu mit dem Tüv Rheinland zusammenarbeiten. Die Experten sollen sämtliche tragenden Betonteile prüfen, die von der "Arge Los Süd" errichtet wurden.

Baufirma will möglichst noch am Montag Stahl-Verstärkungen einschweißen

"Das betrifft in erster Linie die Wände, in denen - wie am Heumarkt nachgewiesenermaßen - ebenfalls Eisen weggelassen worden sein könnte", erklärte am Sonntag KVB-Sprecher Franz-Wolf Ramien.

Die Überprüfung soll überwiegend zerstörungsfrei stattfinden. So wird zum Beispiel mit magnetischen Verfahren nach der Stahlverteilung in den Betonwänden gesucht. Parallel dazu ist am Wochenende in der Baugrube "Heumarkt" von der Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen damit begonnen worden, Lamelle für Lamelle noch einmal zu vermessen. Möglichst noch am Montag sollen Verstärkungen aus Stahl eingeschweißt werden.

Wie sich nach dem Öffnen eines Wandabschnitts gezeigt hatte, ist dort nur etwa jedes sechste eingeplante Eisen eingebaut worden. Der Prüfstatiker der KVB hatte zwar die Standfestigkeit des Bauwerks "Heumarkt" auch unter diesen Bedingungen bestätigt - aber nur für den aktuellen Rheinpegel und nicht für ein eventuelles Hochwasser. Denn mit dem Rhein steigt auch das Grundwasser und damit die Schubkraft, der die Wand standhalten soll.

Der Kölner Zoch startet um 10.30 Uhr am Chlodwigplatz. Es nehmen 99 Fest-, Prunk-, Persiflagewagen und Kutschen, 87 Traktoren, 10200 Teilnehmer, 124 Musikkapellen und 440 Pferde teil.

Der Kölner Zugleiter Christoph Kuckelkorn versichert, der Zug sei sicher. Er stehe im ständigen Kontakt mit den Behörden. Wenn sich die Lage ändern sollte, werde er sofort handeln: "Im extremsten Fall könnten wir noch wenige Stunden vorher den Zugweg ändern."

NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper (CDU) hatte noch am Freitag den Kölner OB Jürgen Rothers (SPD) ultimativ zu einem Bericht aufgefordert. Das Antwortschreiben kam prompt - mit allen aktuellen Berechnungen, die aus Sicht der Baufirmen, des Prüfstatikers der KVB, und der Stadt die Sicherheit der Baugruben nachweisen.

Die Entscheidung, den Rosenmontagszug nicht umzuleiten, kommentierte Lienenkämper so: "Ich erwarte, dass die Entscheidungen des Oberbürgermeisters ausschließlich von der Sorge um die Sicherheit der Menschen bestimmt sind."

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