Deutschlands größter Lotto-Anbieter kommt bei Sportwetten in Deutschland nur noch auf einen Marktanteil von vier bis fünf Prozent. Zu 95 Prozent werde der Markt von illegalen Anbietern beherrscht. Insgesamt sank der WestLotto-Umsatz 2014 um 25 Millionen Euro.

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WestLotto-Vertriebschef Andreas Kötter, Geschäftsführer Theo Goßner und Pressesprecher Axel Weber (von links nach rechts) bei der Jahrespressekonferenz in Münster.

WestLotto-Vertriebschef Andreas Kötter, Geschäftsführer Theo Goßner und Pressesprecher Axel Weber (von links nach rechts) bei der Jahrespressekonferenz in Münster.

Ulli Tückmantel

WestLotto-Vertriebschef Andreas Kötter, Geschäftsführer Theo Goßner und Pressesprecher Axel Weber (von links nach rechts) bei der Jahrespressekonferenz in Münster.

Münster. Der Markt für Sportwetten in Deutschland wird unverändert von illegalen Anbietern beherrscht, die in Deutschland weder über eine Konzession verfügen noch Glückspielsteuer bezahlen.

Die Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. OHG, mit 3606 Lotto-Annahmestellen der größte deutsche Anbieter, kommt mit seinem legalen Sportwetten-Angebot "Oddset" nach eigenen Angaben nur auf einen Anteil von vier bis fünf Prozent. WestLotto-Geschäftsführer Theo Goßner bezeichnete die illegalen Wetten vor Journalisten in Münster als "das deutsche Desaster".

Mit dem geschätzten illegalen Sportwetten-Umsatz von rund 750 Millionen Euro (Oddset: 37,4 Millionen) gehen dem Land NRW Steuer-Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe verloren. WestLotto zahlt pro Tag aus seinen Wetterlösen 1,75 Millionen Euro an die Landeskasse und finanziert damit vor allem die Sportförderung und Wohlfahrtsverbände.

WestLotto stellte bei seiner Jahrespressekonferenz in Münster eine Studie vor, nach der sich in NRW jeden Tag rund 10.000 Menschen "permanent im illegalen oder grauen Glücksspielmarkt" bewegen.

WestLotto beklagt eine "völlig unzureichende Umsetzung" des Glücksspielstaatsvertrags in Bezug auf den Schutz vor illegalen Wettbetreibern, die zusehends auch Produkte von WestLotto kopierten. "Die deutschen Behörden tun weniger als in anderen Ländern", so WestLotto-Geschäftsführer Theo Goßner.

So sei es in anderen Ländern durchaus üblich, bei illegalen Online-Spielen eine Bezahl-Blockierung vornehmen zu lassen. Davon sei Deutschland weit entfernt: "Es passiert nichts. Es gibt sehr viele Gespräche, aber keine Umsetzung", so Goßner.

WestLotto hat das Jahr 2014 mit einem Rückgang der Umsatzerlöse von minus 1,5 Prozent abgeschlossen. WestLotto stellt die Ergebnisse in diesem Moment bei einer Pressekonferenz ins Münster vor, die noch bis 12 Uhr (Freitag) dauert. Die Umsatzerlöse sanken im vergangenen Jahr von 1,69 auf 1,64 Milliarden Euro.

Das klassische Lotto 6 aus 49 blieb mit rund 0,93 Milliarden Euro das stärkste Gewinnspiel der Lotterie-Gesellschaft. Mit den Umsatzerlösen sanken auch die Einnahmen der Lotterie- und Sportwettsteuer von 786 auf rund 781 Millionen Euro. Den Umsatzrückgang führt WestLotto auf insgesamt kleinere Jackpots zurück, die entsprechend weniger Gelegenheitsspieler angelockt hätten.

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