Stockholm. Die Zahl der nachgewiesenen Schweinegrippefälle weltweit ist auf rund 2500 gestiegen. Mehr als 90 Prozent der Infektionen betreffen die nordamerikanischen Länder Mexiko, USA und Kanada, wie aus der am Freitag veröffentlichten Bilanz des europäischen Seuchenkontrollzentrum ECDC hervorgeht.

Russland warnte seine Bevölkerung vor Reisen in die USA. Argentinien und Brasilien meldeten erste Schweinegrippefälle. Damit sind weltweit jetzt 26 Länder betroffen. In Deutschland wurde erstmals eine Schweinegrippeinfektion bei einem USA-Reisenden festgestellt. Es ist der bundesweit elfte Fall.

Bei dem Patienten aus Oberbayern seien die Symptome aber schon wieder am Abklingen, teilte das Bayerische Landesgesundheitsamt in Erlangen mit. Dem Patienten gehe es gut. Alle Familienmitglieder seien bekannt und vorsorglich in Quarantäne. Weitere mögliche Kontaktpersonen würden derzeit noch ermittelt. Der Patient hatte nach seiner Rückkehr aus den USA über Grippesymptome geklagt.

Unterdessen sprach die oberste russische Gesundheitsbehörde wegen der Ausbreitung der Schweinegrippe in Nordamerika erstmals eine Reisewarnung für die USA aus. "Wir empfehlen eindringlich, von Reisen in die USA Abstand zu nehmen, wenn diese nicht dringend erforderlich sind", sagte Behördenchef Gennadi Onischtschenko nach einem Bericht der Agentur Interfax. In Russland gibt es bislang keinen Krankheitsfall. Bisher galt die russische Reisewarnung nur für Mexiko.

Die Warnung der russischen Behörden kam überraschend, da sich Moskaus Außenminister Sergej Lawrow derzeit zu Abrüstungsgesprächen in den USA aufhält und dort unter anderem mit Präsident Barack Obama zusammengetroffen war.

Moskau hatte in dieser Woche allerdings bereits mit einem Importverbot für Schweinefleisch aus Spanien eine diplomatische Verstimmung ausgelöst. Russland betrachtet Spanien aufgrund des Auftretens der Schweinegrippe als "Risikogebiet". Spanien ist das am stärksten von der Schweinegrippe betroffene Land in Europa.

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