Hobbyfotograf Magnus Neuhaus hält mit viel Geduld das akrobatische Kunststück von Gorilla „Kidogo“ im Krefelder Zoo fest.

Kidogo setzt zum Start vorsichtig seinen linken Fuß auf das Seil.
Kidogo setzt zum Start vorsichtig seinen linken Fuß auf das Seil.

Kidogo setzt zum Start vorsichtig seinen linken Fuß auf das Seil.

Elegant schwebt der Gorilla-Jungmann in einem Balance-Akt voran.

Geschafft: Der 150 Kilo schwere Menschenaffe ist am Ziel.

Magnus Neuhaus/ Zoo Krefeld, Bild 1 von 3

Kidogo setzt zum Start vorsichtig seinen linken Fuß auf das Seil.

Krefeld. Seine Akrobatik-Einlage macht ihn international berühmt. Gorilla „Kidogo“ ist der neue Star im Krefelder Zoo. Die Menschen lieben das Foto, auf dem Kidogo aufrecht und leichtfüßig über ein locker gespanntes Seil spaziert. „Geschossen“ hat es der Hobby-Fotograf Magnus Neuhaus (41) aus Bonn. Gleich zwei Mal hatte er das Glück, mit der Kamera den 150-Kilo-Gorilla bei seinem ungewöhnlichen „Seiltanz“ zu erwischen.

Tierfotografie ist das Hobby von Magnus Neuhaus und seiner Frau Susanne (32). „Wir fahren jedes Wochenende in einen Zoo oder Wildtierpark in Nordrhein-Westfalen. In Krefeld sind wir alle 14 Tage“, erzählt Neuhaus. Vor allem die Großkatzen und Menschenaffen faszinieren das Ehepaar.

„Er war mir gleich sympathisch.“

Magnus Neuhaus, Fotograf, über „Kidogo“

Zu Kidogo hat der Marine-Soldat – Neuhaus arbeitet als Stabsbootsmann im Streitkräfteamt in Bonn – eine besondere Beziehung. Gleich am Eröffnungswochenende des Gorillagartens im Mai vergangenen Jahres fotografierte er den Gorilla. „Er war mir gleich sympathisch“, schwärmt Neuhaus. Die Fotos waren so gut, dass der Zoo sie für seine Werbezwecke einsetzte.

Bilder vom tanzenden Affen drücken pure Lebensfreude aus

Weitere Bilder des Amateur-Fotografen, wie eine Großkatzen-Serie, haben Eingang in den aktuellen Zoo-Kalender gefunden. „Kidogo ist manchmal noch ein richtiger Kindskopf“, sagt Magnus Neuhaus. „Aber er steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden, und ich finde gerade diese Mischung recht eindrucksvoll.“

Das erste „Seiltanz“-Foto war ein gelungener Schnappschuss Mitte Dezember während einer Bastelaktion für die Menschenaffen. Beim zweiten Mal, am ersten Sonntag im Januar, verharrte Neuhaus vier Stunden bei Kidogo. Neugierig mischte sich der 41-Jährige unerkannt unter die vielen Leute, die geduldig mit gezückter Kamera auf eine akrobatische Wiederholung warteten. Vergeblich. Kidogo verzog sich ins Innengehege. Als die Menge enttäuscht aufgab, sagte Neuhaus mehr zum Spaß: „Du kannst jetzt wieder rauskommen. Alle sind weg.“ Und tatsächlich: Kidogo führte den Balanceakt ein zweites Mal vor. So gelang Magnus Neuhaus das Foto von dem lachenden Mnschenaffen. Es drückt pure Lebensfreude aus.

„Bei uns gibt es keinerlei Dressur.“

Petra Schwinn, Zoo-Sprecherin

Gorilla „Kidogo“ hat sich auf dem Seil direkt in die Herzen der Menschen getanzt. Seit der 150 Kilo schwere Affe voller Anmut und Eleganz über das Seil balancierte, ist ihm international besondere Aufmerksamkeit gewiss. Kidogo lebt seit zehn Monaten im Krefelder Zoo und hat bislang noch keinen Paten. Eine Jahrespatenschaft für einen Menschenaffen kostet normalerweise 1000 Euro. Da sich das nicht jeder Kidogo-Fan leisten kann, bietet der Zoo nun eine Teilpatenschaft speziell für den beliebten Gorilla an. Wer zwölf Euro an den Zoo überweist, wird Pate und erhält schon bald per Post seine offizielle Urkunde. Zehn Euro gehen direkt in den Spendentopf der Patenschaft. Die restlichen zwei Euro sind Verwaltungsgebühr. Aus dem Spendentopf der Tierpatenschaften erhält der Zoo jährlich rund 40 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Überweisung erfolgt auf folgendes Konto: Zoo Krefeld gGmbH, Sparkasse Krefeld, BLZ 320 500 00, Konto 70 70, Verwendungszweck: Kidogo, Name und Adresse des Paten (für die Zusendung der Urkunde).

Der Balance-Akt mit ausgestreckten Armen ist kein dressiertes, akrobatisches Kunststück. „Bei uns gibt es keinerlei Dressur“, betont Zoo-Sprecherin Petra Schwinn. „Kidogo ist ein sehr athletischer Gorilla. Während die meisten Flachland-Gorillas vierbeinig unterwegs sind, läuft er gerne und oft aufrecht. Das ist für ihn der natürliche Bewegungsablauf“, erklärt Schwinn weiter. So habe er die Hände frei und könne nach Futter greifen.

Zudem sei Kidogo äußerst geschickt. Er könne schließlich viel bequemer auf vier Beinen über das Seil von Baum zu Baum gelangen. Petra Schwinn: „Sein ausgeprägtes Gleichgewicht ist ihm von Natur gegeben. Kidogo folgt einfach dem Drang, aufrecht zu gehen. Dabei hält er mit den Armen die Balance, so wie wir Menschen es instinktiv auch machen.“

Seinen Drang kann Kidogo in dem neu angelegten Gorilla-Garten nach Herzenslust ausleben. Alleine im Außengehege sind vier Seile gespannt, im Innern bieten unzählige Seile zusätzlichen Kletteranreiz.

Wann Kidogo das nächste Mal wieder in Richtung Kletterbaum aufrecht über das Seil balanciert, bleibt sein Geheimnis. Witterungsbedingt hält sich der Gorilla zurzeit lieber drinnen auf.

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