Für den Kriminologen Thomas Feltes ist die JVA Wuppertal ein guter Anfang.

Bochum. Der Bochumer Kriminologe Thomas Feltes findet wichtig, dass junge Häftlinge sich schon im Gefängnis auf die Entlassung vorbereiten.

Was ist gut an der neuen Haftanstalt in Wuppertal?

Thomas Feltes: Die Ausstattung lässt hoffen, dass hier tatsächlich neue Maßstäbe gesetzt werden. Allerdings: Um die Erkenntnisse aus Kriminologie und Strafvollzugsforschung umzusetzen, ist fachlich geeignetes und gut ausgebildetes Personal erforderlich. Wichtig ist, dass die jungen Gefangenen lernen, nach ihrer Entlassung straffrei zu leben. Dazu müssen sie im Vollzug bestimmte Verhaltensweisen lernen und trainieren.

Gibt es klassische kriminelle Karrieren bei jungen Männern?

Feltes: Viele Gefangene haben schon früh in der eigenen Familie und im sozialen Umfeld Gewalt erlebt. Sie haben dann gelernt, dass sie dann anerkannt werden, wenn sie selbst Gewalt anwenden. Es ist unter den restriktiven Bedingungen des Strafvollzuges schwierig, dieses erlernte Verhalten umzupolen.

Was bringt der Akzent auf Ausbildung?

Feltes: Das ist sinnvoll, sofern sichergestellt wird, dass der Jugendliche nach seiner Entlassung mit dieser Ausbildung auch etwas anfangen kann. Rechtzeitig vor der Entlassung muss sichergestellt werden, dass er auch tatsächlich eine Arbeitsstelle findet. Dies alles ist extrem personalintensiv.

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