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Demonstranten in Leichlingen beziehen Stellung gegen Pro NRW.

Demonstranten in Leichlingen beziehen Stellung gegen Pro NRW.

Demonstranten in Leichlingen beziehen Stellung gegen Pro NRW.

Uli Preuss)

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Demonstranten in Leichlingen beziehen Stellung gegen Pro NRW.

Leichlingen. Rund 200 Gegendemonstranten zeigten der rechtslastigen Gruppierung Pro NRW am Freitag in Leichlingen die rote Karte. Der Protest verlief friedlich.

"Das war ein guter Tag für Leichlingen", so am Mittag die Bilanz von Pressesprecher Peter Raubuch. Die Kundgebung beschränkte sich auf den Parkplatz zwischen Wupper und Brückerfeld.

Hier und am Rand des Zentrum hatten sich Mitglieder des Aktionsbündnisses "Bunt statt braun" aus Kirchen, Parteien und Unternehmern mit Umleitungsschildern postiert, um den Weg in Richtung Toleranz, Respekt und Vielfalt zu weisen.

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Sie hielten Bürger die Bevölkerung von der Kundgebung fern, "damit möglichst niemand Kenntnis nimmt von den rechten Parolen", wie eine Teilnehmerin sagte. Nach der Pro Köln-Veranstaltung kehrten einige Gegner am Mittag mit braunen Biotonnen und Besen "bewaffnet" symbolisch den "braunen Dreck" weg".

Auch im weiteren Großraum von Köln haben hunderte Bürger gegen die rechtsradikale "Anti-Islamisierungskonferenz" von Pro Köln und Pro NRW protestiert.

In Leverkusen kamen am Mittag rund 250 Bürger in die Innenstadt, um gegen die Pro-Gruppierungen zu demonstrieren. Am Nachmittag wollten auch in Dormagen einige hundert Bürger gegen den Auftritt der Vereinigungen protestieren, die unter Extremismus-Verdacht vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Pro Köln und Pro NRW kamen mit rund 50 Teilnehmern zu dem "Kongress" und reisten dann jeweils in derselben Besetzung zur nächsten Stadt, um dort dieselben Reden zu halten.

In Leverkusen kam es zu Irritationen, weil die Polizei rund 50 Gegendemonstranten und später eine Spontanzusammenkunft von bis zu 150 Jugendlichen leicht abdrängen musste. "Wir mussten genügend Abstand zu der rechten Kundgebung gewährleisten", erklärte eine Polizeisprecherin. In Dormagen schlossen einige Geschäfte rund um den Demo-Ort vorzeitig, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Pro NRW kritisierte zum Auftakt seiner dreitätigen "Konferenz" eine "Stigmatisierung" und "Ausgrenzung". Die Pressekonferenz fand in einer beengten Anwaltskanzlei statt - in Köln hatte niemand der Vereinigung einen Raum vermietet.

Man werde sich dem "Mob" und den "Blockwarten der political correctness" nicht beugen, sagte Pro-Chef Markus Beisicht. An diesem Samstag planen die Pro-Gruppierungen eine zentrale Kundgebung in der Domstadt, ein breites Bündnis "Köln stellt sich quer" hat zu Protesten aufgerufen. Die Polizei hat bis Sonntag gut 5000 Polizisten auch aus anderen Bundesländern in Tag und Nachtschicht im Einsatz.

Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) warnte bei einer Veranstaltung von "Köln stell sich quer", die Pro-Gruppen versuchten erneut, "ihre ausländerfeindlichen Parolen und Hasstiraden unters Volk zu bringen". Köln stehe für Toleranz. "Und auch diesmal sagen wir: So nicht!", betonte der OB.

Der "Anti-Islamkongress" ist eine Neuauflage der gescheiterten Veranstaltung vom September 2008. Diese war nach Ausschreitungen von linksautonomen Demonstranten kurzfristig von der Polizei gestoppt worden.

Diesmal dürfen die Rechten - nach einem Polizeibeschluss und zwei Gerichtsurteilen - sich nicht im Herzen der Stadt sammeln, sondern müssen ihre Kundgebung in Köln-Deutz auf dem abgesperrten Barmer Platz abhalten.

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