Landessynode beschließt theologische Positionsbestimmung.

Düsseldorf/Bad Neuenahr. Die staatlichen Konflikte mit Moscheeverbänden wie der türkischen Ditib spiegeln sich auch auf kirchlicher Ebene. „Die menschlichen Kontakte überdauern das auf Gemeindeebene“, sagt die Solinger Superintendentin Ilka Werner, Vorsitzende des theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland (Ekir). „Aber die institutionelle Zusammenarbeit ist schwieriger geworden.“

Umso bemerkenswerter der gestrige Beschluss der Landessynode der Ekir, den christlich-muslimischen Dialog „zu vertiefen und auch in schwierigen Situationen daran festzuhalten“. Mit ihrer Positionsbestimmung „Für die Begegnung mit Muslimen“ wolle die Landeskirche „eine sehr grundsätzliche theologische Schneise schlagen“, so Barbara Rudolph, Leiterin der Ökumene-Abteilung im Landeskirchenamt.

In dem Papier werden Christen dazu ermutigt, im Gespräch mit Muslimen freimütig von ihrem Glauben zu sprechen. Der Dialog ziele dabei „auf das gegenseitige Kennenlernen, das gemeinsame Handeln, das Aushalten von Differenzen sowie eine vertiefte Wahrnehmung der je eigenen Tradition, nicht aber auf eine Konversion zur jeweils anderen Religion“. Gemeinsam müsse man gegen „alle Formen von Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“ eintreten.

Die innerkirchlich durchaus umstrittene Positionsbestimmung befürwortet islamischen Religionsunterricht und bekennt sich zur Religionsfreiheit als Menschenrecht. „Die Religionsfreiheit beinhaltet, zu glauben, nicht zu glauben und seinen Glauben zu wechseln sowie ihn öffentlich zu leben und zu bekennen.“ In einem weiteren Beschluss erleichtert die Synode die Mitarbeit Nicht-Evangelischer in kirchlichen Einrichtungen wie Kitas.

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