Möhnesee/Paderborn. Die Polizei geht jetzt im Fall der vermissten Kardelen von einem Verbrechen aus. Das sagte am Donnerstag ein Polizeisprecher in Paderborn. Die Suche nach der seit Montag verschwundenen Achtjährigen wurde mit einem Großaufgebot fortgesetzt.

Am Mittwoch waren Kleidungsstücke des Kindes in der Nähe des 60 Kilometer vom Wohnort entfernten Möhnesees gefunden worden. Neben einer Hundertschaft der Polizei wurden bei der Suche am Donnerstag auch Spürhunde eingesetzt.

Im Laufe des Tages sollten Taucher und ein Hubschrauber hinzugezogen werden, sagte der Polizeisprecher. Allerdings sei noch unklar, ob die Wasser- und Witterungsbedingungen dies zulassen. Auf dem Möhnesee trieben am Morgen noch Eisschollen, der Himmel war wolkenverhangen. Die Strömungen nahe der Staumauer erschwerten den Tauchern die Arbeit.

Am Mittwoch war die Suche erst in der Dunkelheit abgebrochen worden. Zwei Frauen hatten am Morgen Kleidungsstücke der Achtjährigen am Rand einer Straße am Seeufer entdeckt. Am Abend hatte die Polizei die Talsperre noch ergebnislos mit einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera abgeflogen.

Nach dem Kleiderfund verdichteten sich die Anzeichen auf ein Gewaltverbrechen. Die Suche nach Hinweisen auf die Grundschülerin konzentriert sich nun zunächst auf die Talsperre im Sauerland.

Neben dem Fundort der vermutlich aus dem Fenster eines fahrenden Autos über die Leitplanke geworfenen Kleidung sollen auch andere Stellen am See abgesucht werden, sagte die Sprecherin.

Außerdem wird eine weitere Öffentlichkeitsfahndung vorbereitet. Die Polizei will erneut mit großen Plakaten nach Zeugen suchen. "Wir wollen diese Plakate an der Strecke zwischen Paderborn und dem Möhnesee anbringen", sagte die Sprecherin.

Möglicherweise sei einem Pendler oder anderen Zeugen auf der etwa 60 Kilometer langen Strecke etwas aufgefallen, das bei der Suche nach dem Kind helfen könne.

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