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Frankreichs Premierminister Edouard Philippe hatte die französischen Ministerien angewiesen, keine genderneutralen Konstruktionen zu verwenden.

Frankreichs Premierminister Edouard Philippe hatte die französischen Ministerien angewiesen, keine genderneutralen Konstruktionen zu verwenden.

Laurent Cipriani

Frankreichs Premierminister Edouard Philippe hatte die französischen Ministerien angewiesen, keine genderneutralen Konstruktionen zu verwenden.

Dortmund. Deutsche Sprachschützer haben das Verbot von Pünktchenwörtern zur Umsetzung einer geschlechtergerechten Sprache in offiziellen Texten in Frankreich begrüßt. Die Anordnung von Premierminister Edouard Philippe markiere "einen deutlichen Wechsel in der Sprachpolitik Frankreichs", erklärte der Verein Deutsche Sprache (VDS) am Dienstag in Dortmund. Sie bewege sich "weg von einem ideologisch motivierten Missbrauch der Sprache zwecks gesellschaftlicher Veränderung" und "hin zu deren Schutz und Funktionserhalt".

Ende November hatte Philippe die französischen Ministerien angewiesen, keine genderneutralen Konstruktionen zu verwenden. Während etwa die deutschen Grünen schon länger Ausdrücke wie "Politiker*innen" nutzen, ist die Debatte in Frankreich relativ neu. Dort dringen Feministinnen darauf, mit Pünktchen versehene Begriffe wie "député.e.s" (Parlamentarier*innen) oder "électeur.rice.s" (Wähler*innen) zu verwenden.

Der Streit entbrannte nach der Veröffentlichung eines ersten Schulbuchs mit geschlechtsneutralen Ausdrücken im September. Die Académie française als oberste Hüterin des Französischen sprach sich gegen die "inklusive Sprache" aus. Philippe wolle "die Debatte beenden", hieß es in Paris. Es gehe auch um die "Verständlichkeit und Klarheit" der Sprache.

Der VDS erklärte nun für Deutschland, anders als in Frankreich agierten "deutsche Behörden zunehmend als willige Erfüllungsgehilfen von Genderaktivisten". Sie akzeptierten etwa die Schreibweisen "SportlerInnen", "Sportler*innen" oder "Studierx". In manchen Verwaltungsstellen werde diese den Bediensteten verbindlich vorgeschrieben.

Der VDS forderte, "dieses Genderwirrwarr in der Sprache von Behörden, Schulen und Universitäten nach dem Vorbild Frankreichs schnell zu beenden". "Alle deutschen Pluralformen sprechen sämtliche Geschlechter und sexuellen Orientierungen korrekter und verständlicher an als jedes verkrampfte genderkorrekte Wortkonstrukt", erklärten die Sprachschützer. cfm/lob/jdö AFP

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