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Wettkampfteilnehmer stützen am 13.07.2008 eine völlig erschöpfte und durchgefrorene Läuferin während besagten Extrem-Berglaufs auf der Zugspitze. (Archiv

Wettkampfteilnehmer stützen am 13.07.2008 eine völlig erschöpfte und durchgefrorene Läuferin während besagten Extrem-Berglaufs auf der Zugspitze. (Archiv

dpa

Wettkampfteilnehmer stützen am 13.07.2008 eine völlig erschöpfte und durchgefrorene Läuferin während besagten Extrem-Berglaufs auf der Zugspitze. (Archiv

Garmisch-Partenkirchen/München. Nach dem tödlichen Extrem- Berglauf auf die Zugspitze im vergangenen Jahr muss sich der Veranstalter vor Gericht verantworten. Der Direktor des Amtsgerichts Garmisch-Partenkirchen, Christian Pritzl, sagte am Dienstag, er rechne mit einem Prozess im November oder Dezember.

Der Veranstalter habe Einspruch gegen einen Strafbefehl über 13 500 Euro eingelegt, so dass nun eine Hauptverhandlung zwingend stattfinden müsse, sagte Pritzl. «Bisher hatten wir einen Strafbefehl, ein Urteil ist das natürlich nicht», erläuterte der Jurist. Der Einspruch gegen den Strafbefehl sei am vergangenen Montag eingegangen. Auch Rüdiger Hödl von der Staatsanwaltschaft München II betonte, dass bisher kein Urteil in der Sache ergangen sei.

Bei dem Lauf vor fast genau einem Jahr waren bei schlechtem Wetter und Schneefall zwei Läufer gestorben, mehrere andere wurden unterkühlt in Krankenhäuser gebracht. Trotz des Unglücks soll an diesem Sonntag der neunte Lauf auf die Zugspitze starten.

In dem Strafbefehl des Amtsgerichts vom 6. Juli diesen Jahres, der exakt dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprach, waren dem Veranstalter wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und wegen fahrlässiger Körperverletzung in neun Fällen 90 Tagessätze in Höhe von je 150 Euro auferlegt worden, insgesamt somit 13 500 Euro. Er wäre damit nicht vorbestraft gewesen.

Trotz schlechter Wettervorhersage waren am 13. Juli 2008 viele der rund 600 Läufer nur leicht bekleidet in kurzen Hosen und mit T-Shirt zu dem Lauf über fast 2000 Höhenmeter auf den 2962 Meter hohen Berg gestartet. Ein 41-Jähriger aus Witten in Nordrhein-Westfalen und ein 45 Jahre alter Sportler aus Ellwangen in Baden-Württemberg brachen im Schnee rund 150 bis 250 Höhenmeter unter dem Gipfel zusammen.

Sie starben trotz der Wiederbelebungsversuche. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft München II hatte damals bereits unter Berufung auf die Wetterdienste argumentiert, es habe sich nicht um einen unvorhersehbaren Wettersturz gehandelt.
 

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