Meteorologen rechnen mit einer extremen Wetterlage: Glätte und Schneeverwehungen können den Auto- und Flugverkehr zum Erliegen bringen.

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen droht ein winterliches Unwetter: Tief "Daisy" ist mit Schnee und eisigem Sturm bis Windstärke acht auf Deutschland-Kurs.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab am Donnerstag für NRW eine Unwettervorwarnung für das Wochenende heraus. Sowohl am Niederrhein als auch im Bergischen Land soll es anhaltenden Schneefall und starken Wind geben.

"Beides zusammen ergibt eine relativ extreme Wetterlage", sagte Donnerstag Karl-Heinz Nottrodt vom DWD. Es kann gefährliche Schneeverwehungen geben.

Sollten die Vorhersagen zutreffen, bleiben in Düsseldorf am Samstag die Flieger am Boden. Man sei in konkreten Vorbereitungen für eine Schließung des Flughafens, sagte Flughafenchef Christoph Blume. Um die Sicherheit der Passagiere nicht zu gefährden, schließe man dies als letzte Maßnahme nicht aus.

Betroffen wären rund 320 Flüge. Vorsorglich können Passagiere Freitag- und Samstagabend nicht mehr für den darauffolgenden Tag einchecken. Am Flughafen Weeze will man nach Angaben eines Sprechers die Wetterentwicklung abwarten.

Warnung: Nicht alle drei Autobahnspuren geräumt

Wegen des anhaltenden Winterwetters ist am Donnerstag erneut ein Zug der Eurostar-Linie im Tunnel unter dem Ärmelkanal steckengeblieben. Weil es weiterhin zu Problemen kommen könne, empfiehlt Eurostar Fahrgästen auf seiner Webseite, nicht dringende Reisen zu verschieben oder zu stornieren.

Nach Aussage des Wetterdienstes ist nicht zu befürchten, dass der Schnee zu einem Stromausfall wie 2005 im Münsterland führt. Damals waren Strommasten unter der Schneelast umgeknickt. Dieses Mal sei die Schnee-Konsistenz anders. Die Flocken seien wie Staub und würden nicht haften bleiben.

Problematisch wird die Situation auch für die Autofahrer. Angesichts der erwarteten Schneeverwehungen und des Streusalzmangels in vielen Kommunen kann es glatt werden. Selbst Autobahnen könnten betroffen sein.

"Bei den Schneemassen, die erwartet werden, kann es sein, dass wir nicht immer alle drei Autobahnspuren räumen können", sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW. Autofahrer sollten die schneebedeckte Spur meiden.

Die Bahn hat sich organisatorisch auf das angesagte Wetter vorbereitet. "Im Grunde ist das für uns aber ,business as usual’", sagte ein Sprecher der Bahn.

"Daisy" trifft Freitag zunächst die südlichen und östlichen Regionen Deutschlands. In der Nacht zu Samstag ziehen Schnee und Wind nach Nordrhein-Westfalen. Fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee sind möglich, in Berglagen bis zu 20 Zentimeter. Erst am Sonntag ziehen die Wolken weiter.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer