Berlin/Potsdam (dpa). Nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen «Hells Angels» und «Bandidos» in jüngster Zeit droht jetzt in Berlin eine neue Welle der Gewalt zwischen den beiden verfeindeten Rockergruppen. Wie am Donnerstag bekanntwurde, liefen in dieser Woche mehr als 70 Mitglieder der «Bandidos» zu den verfeindeten «Hells Angels» über. Nach Informationen des «Tagesspiegels» (Freitag) schlossen sich die Überläufer den «Hells Angels Türkei» an. Damit agieren die Ex-«Bandidos» als Sektion der türkischen «Höllenengel» in Deutschland. Das sagte der Chef und Mitbegründer der deutschen «Hells Angels», Rudolf «Django» T., der Zeitung.

«Das ist eine eindeutige Schwächung der "Bandidos" und eine Kräfteverschiebung zugunsten der "Hells Angels"», sagte eine Sprecherin der Berliner Senatsinnenverwaltung am Donnerstag. Die Polizei befürchtet nun eine Eskalation des Rockerkrieges in der Region. «Wir sehen den Wechsel mit Besorgnis», sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. «Es könnte sein, dass sich die verbliebenen "Bandidos" an ihren abtrünnigen Mitgliedern rächen werden. Es könnte zu Vergeltungsschlägen kommen.»

Zwischen den verfeindeten Rockergruppen war es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalttaten gekommen. So wurde beispielsweise im vergangenen August in Berlin-Hohenschönhausen ein 33 Jahre alter Rocker auf der Straße erschossen. Das Opfer soll ein früheres Mitglied der «Hells Angels» gewesen sein, das zu den «Bandidos» übergelaufen war. In Duisburg wurde ein 32-Jähriger vor dem Duisburger «Bandidos»-Hauptsitz erschossen; der Täter soll aus dem Umkreis der «Hells Angels» stammen.

In Berlin besteht die Szene nach Angaben der Innenverwaltung vom November aus etwa 40 Clubs. Polizeibekannt waren gut 700 Mitglieder, die teilweise mit Drogen- oder Gewalt-Delikten auffällig wurden.

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