Genf (dpa) - 2010 war nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1850 - neben 2005 und 1998. Die WMO bestätigte am Donnerstag in Genf damit in etwa die Angaben der US-Weltraumagentur Nasa von vergangener Woche.

2010 lag die Durchschnittsjahrestemperatur laut WMO bei 0,53 Grad Celsius über dem Richtwert der Jahre 1961 bis 1990. Die Temperatur war damit 0,01 Grad höher als 2005 und 0,02 Grad im Jahr 1998, beides sei aber statistisch nicht signifikant.

Die Eisdecke der Arktis war im Dezember 2010 nach WMO-Angaben so klein wie noch nie zuvor in diesem Monat, teilte die UN-Organisation weiter mit. Die Eisfläche betrug im Dezember durchschnittlich zwölf Millionen Quadratkilometer, 1,35 Millionen weniger als der Dezemberdurchschnitt der Jahre 1979 bis 2000. Im September 2010 wurde die drittkleinste Eisfläche gemessen, die je aufgezeichnet wurde. «Daten von 2010 bestätigen den lang anhaltenden Erwärmungstrend der Erde», wurde WMO-Generalsekretär Michel Jarraud zitiert. «Die zehn wärmsten je gemessenen Jahre gab es seit 1998.»

Besonders warm war es in Afrika und im südlichen und westlichen Asien, in Grönland und im arktischen Kanada. In vielen Teilen dieser Gebiete wurden Rekordtemperaturen gemessen. Dagegen war es in anderen Regionen auch sehr kalt, etwa in weiten Teilen des nördlichen und westlichen Europas, wie etwa Deutschland, in Russland und Teilen des Ostens der USA. Schon im Dezember hatte die WMO gemeldet, die Jahre 2001 bis 2010 stellten einen neuen Hitzerekord auf und seien das wärmste je gemessene Jahrzehnt.

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