Eltern nennen ihre Kinder immer häufiger auch Lina, Lilly, Anton, Ben und Luis.

Wiesbaden. Sophie und Maximilian haben Marie und Leon im vergangenen Jahr als häufigste Namen für Neugeborene in Deutschland überholt. Die seit 2000 zweitplatzierte Sophie schob sich erstmals vor die seit 1999 amtierende Spitzenreiterin Marie. Maximilian verdrängte Leon von der Spitzenposition auf Platz drei. Er eroberte damit die Führung zurück, die er 2005 an Alexander, jetzt Platz zwei, abgegeben hatte.

Dies teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden mit. Ihre Angaben basieren auf den Daten aus rund 170repräsentativ ausgewählten Standesämtern.

Wie die Liste zeigt, wandelt sich die Vornamensmode nur langsam. Auf den ersten zehn Positionen zeigt sie kaum Verschiebungen. Leon, Paul und Luca hielten ihre Popularität ebenso wie Anna/Anne, Johanna, Leonie und Lena. Einziger Neuzugang in der Spitzengruppe der Mädchen war Mia, die sich von zwölf auf neun verbesserte. Tim, zuletzt von sieben auf zwölf gesackt, kehrte mit Rang zehn ins Spitzenfeld zurück.

Auf den tieferen Rängen zeigen sich bereits mögliche künftige Aufsteiger. Immer häufiger wählen Eltern Lina, Lilly, Anton, Ben und Luis.

Vor allem in kleineren Standesämtern gibt es jedoch Abweichungen vom Bundestrend. So war Emily Spitzenreiterin in Bad Urach, Sophia in Hof und Leonie in Meißen. Bei den Jungen führten Jason in Aschersleben, Luca in Bad Kreuznach, Thomas in Cham und Jonas in Quedlinburg.

Insgesamt wächst die Namensvielfalt. Bei mehr als der Hälfte der Namen gab es bundesweit nur je eine Meldung - dazu zählen Importe aus anderen Sprachen wie Adeyemi, Heaven, Gagik und Minas, aber auch selten gewordene deutsche Namen wie Gertrude, Heidrun, Gottlieb und Ruprecht.

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