Die schwul-lesbischen «Gay Games» haben einen fulminanten Auftakt in Köln gefeiert. 25 000 Menschen aus aller Welt zeigten sich im Stadion. Zu Gast war auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (l, FDP) und sein Lebensgefährte Michael Mronz nahmen an der Eröffnungsfeier der "Gay Games"  im RheinEnergieStadion in Köln teil.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (l, FDP) und sein Lebensgefährte Michael Mronz nahmen an der Eröffnungsfeier der "Gay Games" im RheinEnergieStadion in Köln teil.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (l, FDP) und sein Lebensgefährte Michael Mronz nahmen an der Eröffnungsfeier der "Gay Games" im RheinEnergieStadion in Köln teil.

dpa

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (l, FDP) und sein Lebensgefährte Michael Mronz nahmen an der Eröffnungsfeier der "Gay Games" im RheinEnergieStadion in Köln teil.

Köln. ­ Zu bestaunen gab es Männer im Drag-Queen-Aufzug, neongrelle Ballettkostüme und dazu das «Rainbow Symphony Orchestra». Mit einer farbenfrohen Eröffnungsshow sorgten die 10 000 Teilnehmer der «Gay Games» (bis 7. August) aus 70 Nationen am Samstagabend vor 15 000 Zuschauern im Kölner Rheinenergiestadion für ausgelassene Stimmung.

Doch trotz schriller Outfits und Party-Flairs - der Federboa-Faktor hielt sich bei der Eröffnungsfeier der lesbisch-schwulen Sport- und Kulturveranstaltung in Grenzen. Schließlich verstehen sich die «Gay Games» auch als große Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Dazu passte auch der Auftritt von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Als ranghöchster Schirmherr in der Geschichte der «Gay Games» fand Westerwelle in seiner Eröffnungsrede ernste Worte: «Wir werden unseren Kampf fortsetzen, bis sich niemand mehr davor fürchten muss, sich zu outen. Ganz egal wo in der Welt.»

In Köln, der wohl «schwulsten Metropole Deutschlands», so der Veranstalter, gilt der Kampf bereits als gewonnen. Für Toleranz hat man in der Domstadt schließlich ein eigenes Grundgesetz: «Jeder Jeck ist anders!»

Doch einigen Teilnehmern hat Westerwelle mit Sicherheit aus dem Herzen gesprochen: Viele von ihnen können nur unter falschem Namen teilnehmen. Die Angst vor den Konsequenzen in der eigenen Stadt ist zu groß. Gerade für sie wollen die Kölner Spiele eine Art Freiheitserlebnis sein. «Wir brauchen die Gay Games, um zu zeigen, dass wir nicht nur Nasen pudern oder die Getränke im Flugzeug reichen können», erklärte John Amaechi.

Der 39 Jahre alte Engländer ist ein Bär von einem Mann, er hat eine erfolgreiche Karriere in der nordamerikanischen Basketballliga NBA hinter sich. Mit seinem Outing hat Amaechi bis nach der Karriere gewartet. Heute vertritt er als Botschafter die Idee der Spiele: «Solange es Sportlehrer gibt, die sagen: "Hey Junge, Du wirfst wie ein Mädchen" gibt es im Sport keine Gleichberechtigung.»

Und deshalb feiert die Community eine Woche lang ihre eigenen Spiele. Die meisten Teilnehmer gehen im Fußball, Volleyball und Schwimmen an den Start. Es gibt aber auch Wettbewerbe, die den besonderen Anstrich der Regenbogenspiele ausmachen: Eiskunstlaufen und Paartanzen in beliebiger Konstellation gehören dazu. Kurios geht es auch im Bodybuilding zu. Hier lässt der mit 92 Jahren älteste Teilnehmer die Muskeln spielen.

Die Plattform «Gay Games» soll nur Zwischenstation sein. In Zukunft sollen auch bei sportlichen Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen die Regenbogenfarben deutlich zu sehen sein. Hoffnung gibt es schon für 2012: Zum ersten Mal besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der «Gay Games» und den Organisatoren der Londoner Spiele.

Und Botschafter Amaechi stellt schmunzelnd fest: «Die Londoner Maskottchen sehen zumindest schon einmal echt schwul aus. Und das ist kein Zufall.»

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