Epidemie: Neben Mexiko sind auch die USA betroffen. In Europa gibt es bereits die ersten Verdachtsfälle.

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Atemmasken sollen vor einer Infektion mit dem Virus schützen.

Atemmasken sollen vor einer Infektion mit dem Virus schützen.

dpa

Atemmasken sollen vor einer Infektion mit dem Virus schützen.

Mexiko-Stadt. Die Zahl der Infektionen mit Schweinegrippe beim Menschen steigt - und mit ihr wächst die Angst vor einer weltweiten Ausbreitung der gefährlichen Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach von einem Gesundheitsnotfall internationalen Ausmaßes: In Zentralmexiko stieg die Zahl der Grippetoten bis Sonntagabend auf 81, bei 20 dieser Todesfälle ist der mutierte Schweinegrippe-Erreger vom Typ H1N1 nachgewiesen worden.

Bei mehr als 1300 Grippekranken wird untersucht, ob ein Zusammenhang zu der Schweinegrippe besteht. In den USA wurden 19 Fälle bestätigt. Zuletzt wurde das gefährliche Virus bei acht Schülern in New York festgestellt. Weltweit gibt es Verdachtsfälle, auch in Spanien und Frankreich.

In Deutschland wurde bis Sonntagabend kein Verdachtsfall gemeldet. Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts schloss allerdings nicht aus, dass die Krankheit auch nach Deutschland eingeschleppt werden könnte. "Die Gesundheitsbehörden sind vorbereitet", betonte das Bundesgesundheitsministerium.

340 Millionen Euro für den Kampf gegen die Grippe

Die mexikanische Regierung stellte umgerechnet 340 Millionen Euro für Maßnahmen gegen die Schweinegrippe bereit. Präsident Felipe Calderón stattete die Behörden mit Sondervollmachten aus. Sie sollen das Recht haben, Wohnungen zu betreten, um Grippekranke aufzuspüren und zu behandeln.

Auf allen Flughäfen und Busbahnhöfen waren medizinische Teams in Begleitung von Soldaten im Einsatz, um Grippekranke aufzuspüren. In der Hauptstadt sind seit Freitag alle Schulen geschlossen, Großveranstaltungen sind verboten. Fußballspiele werden ohne Publikum ausgetragen. Und auch die Katholische Kirche hat die Pforten für Messen schließen müssen.

Die neue Variante des Erregers A/H1N1, der sich erstmals leicht von Mensch zu Mensch ausbreitet, trifft laut WHO besonders junge und gesunde Erwachsene und nicht - wie gewöhnlich - Kleinkinder und ältere Menschen. dpa/AFP

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