Arnsberg/Menden (dpa). Im Prozess um die Todesfahrt eines Rentners bei einem Schützenfest im Sauerland hat das Gericht erste Unfallzeugen gehört. Ein heute 80-Jähriger war in Menden im Juli vorigen Jahres ungebremst in einen Umzug gefahren. Drei Männer starben, mehrere Dutzend wurden verletzt. Zeugen berichteten, dass der Angeklagte vor dem Unfall zunächst in einer Autoschlange hinter dem Umzug gewartet habe.

«Dann trat er mehrfach aufs Gas, als ob er ungeduldig ist, scherte aus und gab Vollgas», berichtete die hinter dem Mann wartende Autofahrerin am Mittwoch beim Landgericht Arnsberg. Eine weitere Zeugin hatte vom Straßenrand aus beobachtet, wie der Unfallwagen auf den Schützenumzug zugefahren war. «Ich habe den Fahrer gestikulieren sehen, als ob er die Leute an die Seite winken wollte.» Dann habe es einen Knall gegeben. «Und dann habe ich fliegende Säbel und fliegende Menschen gesehen.»

Warum der Mann in die Menschenmenge gerast war, blieb auch am zweiten Prozesstag im Dunkeln. Der Unfallfahrer saß während der Zeugenbefragungen in sich versunken hinter der Anklagebank. Er hatte bereits zum Prozessauftakt geltend gemacht, er könne sich an das Geschehen nicht erinnern. Die Anklage wirft ihm fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Am Freitag will das Gericht weitere Zeugen aufrufen.

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