Amsterdam. Einer der grauenvollsten Morde in Holland bleibt für immer geheimnisumwittert: Ein Mann, der vor drei Jahren seine zwölfjährige Tochter zerstückelt und die Leichenteile im Fluss Nieuwe Maas versenkt hat, starb jetzt im Gefängnis eines natürlichen Todes. Der 49-jährige habe sein Wissen um die Umstände der Bluttat mit ins Grab genommen, berichtete die Zeitung "De Telegraaf" am Mittwoch.

Der Fall hatte die Niederlande im Sommer 2006 erschüttert. Damals waren in Rotterdamm immer wieder Päckchen mit Leichenteilen aus der Nieuwe Maas gezogen worden. Gerichtsmediziner standen vor Rätseln, konnten aber feststellen, dass sie es mit Teilen einer Mädchenleiche zu tun hatten. Medien tauften die Unbekannte "Maasmeisje".

Nach vier Monaten gelang es, aus Resten des Kopfes ein Phantombild des "Mädchens aus der Maas" zu erstellen. Darauf erkannten Zeugen die kleine Géssica. 2007 wurde ihr von den Kapverden eingewanderter Vater António Gomes wegen Totschlags zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Er weigerte sich stets, Angaben zu einem Motiv oder zu den genauen Umständen des Todes seines Tochter zu machen. Gomes sei am Montag in seiner Zelle in Rotterdam "eines natürlichen Todes gestorben", erklärten Gerichtsmediziner.

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