Indische Halsbandsittiche haben sich erfolgreich im Rheinland angesiedelt. Die ersten Vögel wurden 1965 in Köln gesichtet.

Ein Halsbandsittich-Männchen füttert sein Junges mit Birnen. Die Vögel sind vegetarische Allesfresser.
Ein Halsbandsittich-Männchen füttert sein Junges mit Birnen. Die Vögel sind vegetarische Allesfresser.

Ein Halsbandsittich-Männchen füttert sein Junges mit Birnen. Die Vögel sind vegetarische Allesfresser.

privat

Ein Halsbandsittich-Männchen füttert sein Junges mit Birnen. Die Vögel sind vegetarische Allesfresser.

Düsseldorf/Krefeld. Jeden Tag in den frühen Abendstunden bietet sich dem Betrachter ein faszinierendes Schauspiel: Hunderte von Halsbandsittichen fliegen vorbei. Das Besondere dabei ist der Standort der Beobachtung: die Cecilienallee in Düsseldorf. Denn eigentlich stammen die grünen Piepmätze aus den Tropen in Indien. Doch mittlerweile fühlen sie sich hier in der Region sehr heimisch und sind im ganzen Stadtgebiet verbreitet. Auch in den Nachbargemeinden Neuss, Meerbusch und neuerdings auch in Krefeld und Duisburg werden sie gesichtet.

Rund 4000 Halsbandsittiche haben sich im Rheinland angesiedelt

Insgesamt gibt es rund 4000 Halsbandsittiche im Rheinland. „In Düsseldorf leben derzeit etwa 1200 und in Köln 2500 Tiere“, sagt Tobias Krause, Ornithologe beim Naturschutzbund (Nabu). Wie viele es genau sind, weiß keiner. Und für die anderen Städte gibt es noch nicht einmal Schätzungen. Das will Krause ändern. Er möchte so viele wie möglich beringen, um sie auf Dauer zählen und beobachten zu können. Dafür ist er aber auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. „Wer einen Ort kennt, an dem die Vögel regelmäßig sind, oder sie selbst füttert, soll sich bitte melden“, so Krause.

„Wir wissen noch zu wenig über die Tiere hier vor Ort.“

Tobias Schäfer, Ornithologe

„Wir wissen noch zu wenig über die Tiere hier vor Ort. Wir wissen nicht, wie lange sie leben und ob sich die einzelnen Gruppen vermischen“, erklärt der Ornithologe. (Anm. d. Red.: In Gefangenschaft können Halsbandsittiche bis zu 20 Jahre alt werden).

Die Schwärme treffen sich abends in ihrem Schlafbaum

Einiges hat Krause aber schon über die grünen Vögel herausgefunden. Sie sind keine Zugvögel sondern standorttreu. In der Nacht ruhen sie auf sogenannten Schlafbäumen. Dafür geeignet sind nur große alte Gewächse, auf die mehrere hundert Tiere passen. Denn der Halsbandsittich lebt in Schwärmen. „In Düsseldorf gibt es derzeit vier solcher Bäume“, so der Ornithologe. Zum Brüten suchen sich die Paare jeweils einen eigenen Baum, den Brutbaum. Auch dem bleiben sie über Jahre treu.

Die Halsbandsittiche stellen übrigens keine Gefahr für die heimische Vogelwelt dar, denn sie können sich von über 100 Pflanzensorten ernähren und mögen sogar exotische Früchte. Feinde haben sie auch, denn sie sind bevorzugte Beute von Wanderfalken, Sperbern und Habichten.

„Wilde“ Halsbandsittiche tauchten zuerst 1965 in Köln auf. Bei ihnen handelte es sich um entflohene Käfigvögel. Diese Tiere vermehrten sich. Ihre bevorzugten Gebiete sind Parks und Friedhöfe.

 

1980 tauchten die Vögel in Düsseldorf und Bonn auf. Die ersten Tiere in der Landeshauptstadt kamen vermutlich aus Köln. Das lässt sich daraus schließen, dass sie nicht beringt waren. Bei Tieren aus Gefangenschaft ist dies Pflicht. In Bonn dagegen sind die Forscher nicht sicher, da sowohl Tiere mit Beringung als auch ohne gesichtet wurden.

 

Die Vögel konnten sich aufgrund des milden Klimas im Rheinland ansiedeln. Vor allem weil der Winter nicht so streng ist. Das Rheinland und die Regionen um Wiesbaden, Ludwigshafen und Mannheim bieten das mildeste Klima im Winter. Und nur in diesen Regionen konnte der Halsbandsittich heimisch werden.

 

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