Sturm im Taunus
Wanderer auf dem Großen Feldberg: Inzwischen wird nur noch für Hochlagen vor orkanartigen Böen gewarnt. Foto: Frank Rumpenhorst

Wanderer auf dem Großen Feldberg: Inzwischen wird nur noch für Hochlagen vor orkanartigen Böen gewarnt. Foto: Frank Rumpenhorst

dpa

Wanderer auf dem Großen Feldberg: Inzwischen wird nur noch für Hochlagen vor orkanartigen Böen gewarnt. Foto: Frank Rumpenhorst

Berlin (dpa) - Die Narren können aufatmen: Nach dem stürmischen Karnevalsauftakt zur Weiberfastnacht beruhigt sich das Wetter etwas. Mit heftigen Sturmböen war Tief «Thomas» am Donnerstagabend über Teile Deutschlands hinweggefegt - der Wind ließ jedoch im Laufe der Nacht nach.

Der Sturm hatte Bäume entwurzelt, Bahnstrecken lahmgelegt und Autos demoliert. Einige wenige Menschen wurden verletzt. Die Einsatzkräfte mussten in Hunderten Fällen ausrücken.

Zwar bleibt das Wetter wechselhaft und zeitweise windig. Sturmböen sind laut DWD am Wochenende aber nur noch im Bergland zu erwarten. In der Nacht auf Samstag droht vielerorts Glättegefahr. Nur vom Niederrhein bis zum Emsland soll die Nacht frostfrei bleiben. Das Wochenende wird dem DWD zufolge im Norden bewölkt und regnerisch, während es Richtung Süden besser aussieht.

Zum Höhepunkt des rheinischen Karnevals am Rosenmontag sollten die Narren vorsichtshalber einen Regenschirm einpacken. Vom Westen und Nordwesten ziehen dichte Wolken auf. Bis zum Mittag soll es laut dem DWD entlang des Rheins noch weitgehend trocken bleiben. Am Nachmittag erwarten die Meteorologen aber Regenschauer und einzelne Gewitter. In Richtung Osten und Südosten sei es teils wolkig - aber trocken.

Am Donnerstagabend bliesen besonders in Nordrhein-Westfalen heftige Orkanböen bis 113 Stundenkilometer. Noch stärker stürmte es auf den Gipfeln der Mittelgebirge: Auf dem Brocken im Harz erreichte der Wind Spitzen von 157 Stundenkilometer. Vor dem Sturm gab es am Alpenrand Temperaturrekorde. In den bayerischen Orten Rosenheim und Simbach war das Thermometer auf 21,5 Grad geklettert - ein neuer Spitzenwert für einen 23. Februar.

Auf mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen konnten wegen des Sturms zwischenzeitlich keine Züge mehr fahren. Kurz vor dem Wuppertaler Hauptbahnhof stürzte ein Baum auf die Oberleitung und auf einen ICE. Die rund 70 Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht. Bei Aachen stürzte ein Baum auf einen Thalys-Zug. In Köln wurde ein Autofahrer schwer verletzt, als ein umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte.

In Dornhan in Baden-Württemberg stürzte ein Podium bei einer Fasnachtsveranstaltung um und verletzte vier Menschen. In Rheinland-Pfalz prallte ein Autofahrer gegen einen umgestürzten Baum.

Auch auf das bunte Treiben der Karnevalisten hatte der Sturm Auswirkungen. In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Party auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt. In Düsseldorf beendeten die Karnevalisten ihr Bühnenprogramm zu Altweiber vorzeitig.

In einigen Nachbarländern gab es ebenfalls Wetterkapriolen. In Dänemark wurde nahe der Hauptstadt Kopenhagen wegen einer dichten Schneedecke ein Fußballspiel der höchsten Liga abgesagt. Am Amsterdamer Flughafen war während eines schweren Sturms ein Flugzeug unsanft gelandet, das Landegestell brach. Die genaue Unfallursache ist noch unklar, Verletzte gab es keine.

In Tschechien waren wegen Sturmschäden Hochspannungsleitungen unterbrochen. Tausende Haushalte, darunter der gesamte Kurort Frantiskovy Lazne (Franzensbad), waren vorübergehend ohne Strom,

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