Der Rhein wird in den nächsten Tagen stark anschwellen. Ob es zu größeren Überflutungen kommt, ist noch unklar.

Kurz vor Weihnachten führte der Rhein, hier bei Andernach, schon einmal Hochwasser. Am Wochenende werden noch höhere Pegelstände erwartet.
Kurz vor Weihnachten führte der Rhein, hier bei Andernach, schon einmal Hochwasser. Am Wochenende werden noch höhere Pegelstände erwartet.

Kurz vor Weihnachten führte der Rhein, hier bei Andernach, schon einmal Hochwasser. Am Wochenende werden noch höhere Pegelstände erwartet.

dpa

Kurz vor Weihnachten führte der Rhein, hier bei Andernach, schon einmal Hochwasser. Am Wochenende werden noch höhere Pegelstände erwartet.

Düsseldorf. Viel Regen in kurzer Zeit, milde Mittelmeerluft und große Schneemengen, die rasch schmelzen – das sind die Faktoren, die zu einem großen Rhein-Hochwasser führen können. Eine solche Wetterlage droht ab Donnerstag, ab dem Wochenende muss mit Hochwasser auch am Niederrhein gerechnet werden. Ob aber kritische Pegelstände oder größere Überschwemmungen drohen, ist noch unklar.

Ein Jahrhundert-Hochwasser wird zurzeit nicht erwartet

Die derzeitigen Schätzungen lägen deutlich unter dem „Jahrhundert-Hochwasser“ von 1995, sagt Ehler Fell vom Hochwassermeldezentrum in Mainz, das für den gesamten Rhein zuständig ist. Denkbar sei zurzeit eher ein Hochwasser, wie es statistisch einmal in fünf Jahren auftrete. Bei so einem Szenario würden keine kritischen Pegelstände erreicht.

Dies seien aber nur vorläufige Schätzungen. „Wir wissen noch nicht genau, wohin die Reise geht. Ein paar Grad mehr oder weniger im Einzugsgebiet der Nebenflüsse des Rheins können eine Menge ausmachen.“

Sicher ist nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), dass die Temperaturen morgen im gesamten Rheingebiet in den Plusbereich drehen. Am Wochenende muss in vielen Regionen gar mit Werten um zehn Grad gerechnet werden. Dann wird der Schnee auch in den höheren Lagen von Schwarzwald und Eifel tauen, das Schmelzwasser fließt in die Zuflüsse des Rheins. Zugleich beginnt es in der Nacht zu Donnerstag zu regnen.

Die Niederschläge sollen in einigen Regionen bis Freitag andauern, so dass mehr als 20 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen können. Kleine Flüsse und Bäche können über die Ufer treten. Der Regen beschleunigt zudem die Schneeschmelze. Über die Niederschlagsmenge besteht aber noch große Unsicherheit.

Der Rhein kann noch viel Wasser aufnehmen

Meteorologen schätzen, dass im Schnee der Mittelgebirge bis zu 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gespeichert sind – mehr als die monatliche Regenmenge. In der Region am Oberrhein ist die Schneedecke jedoch vielfach relativ dünn.

In Regen ist Wärme gespeichert, daher beschleunigt er die Schneeschmelze. Wenn der Boden noch gefroren ist, fließt das Wasser schneller in die Flüsse.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf gelten noch 126 von 230 Kilometern Deich als mittelfristig sanierungsbedürftig. Akute Gefahr bestehe nicht, heißt es.

Zurzeit fällt der Rhein-Pegel noch, Dienstag lag er in Düsseldorf bei 3,30 Metern. Der Rhein habe noch große Kapazitäten, Wasser aufzunehmen, sagt ein Stadtsprecher. Bis zu einem Pegel von acht Metern gebe es keine Probleme. Erst dann müssten die Durchgänge von der Altstadt zum Flussufer gesperrt werden. Die Deiche sind dann noch nicht gefährdet.

„Eine Flutwelle ist nach jetzigem Stand nicht in Sicht“, sagt Bernhard Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung Düsseldorf. Es seien zwar einige Voraussetzungen für ein größeres Hochwasser gegeben, aber „es müssen sehr viele Faktoren zusammenkommen, damit ein Szenario wie 1995 entstehen kann“. Trotzdem würden die Pegelstände genau beobachtet und enger Kontakt zu den Deichverbänden gehalten.

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