Straße nach Zermatt gesperrt
Die Straße von Täsch nach Zermatt. Foto: Philippe Mooser

Die Straße von Täsch nach Zermatt. Foto: Philippe Mooser

dpa

Die Straße von Täsch nach Zermatt. Foto: Philippe Mooser

Zermatt/St. Anton (dpa) - Die Wintersportorte Zermatt in der Schweiz und St. Anton in Österreich sind nach ergiebigen Schneefällen erneut weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Der Zugverkehr nach Zermatt sei wegen der Lawinengefahr eingestellt worden, sagte ein Sprecher der Matterhorn Gotthard Bahn am Sonntag. Auch die Zufahrtsstraße sei gesperrt. Am Sonntagabend wurde in Zermatt die höchste Lawinengefahrstufe ausgerufen.

In St. Anton in Österreich ist die Lage ebenfalls äußerst angespannt. Auch dort war die An- und Abfahrt - wenn überhaupt - nur unter großen Mühen möglich. Am Sonntagnachmittag erlaubte die Polizei die Abreise nur in Fahrzeugen mit Ketten. Außerdem wurden Busse mit Polizei- und Feuerwehrbegleitung eingesetzt, um die Touristen ins Tal zu bringen.

Bis wann die Sperre der Bahnlinie und auch der Zufahrtsstraße dauern werde, sei noch unklar, hieß es in Zermatt. «Es sind neue Schneefälle angekündigt.» Die Region rechnete in der Nacht zum Montag mit bis zu 70 Zentimeter Neuschnee. Die einzige Möglichkeit, den Ort zu verlassen, bestand zwischenzeitlich per Helikopter. Betroffen von der Sperre sind nach Angaben des Tourismusbüros unter anderem die 9000 Gäste im Ort.

Seit Sonntagmittag hatte Air Zermatt Shuttle-Flüge zwischen Zermatt und dem sechs Kilometer entfernten Täsch eingerichtet. Laut Gemeinde waren die Tickets für Sonntag für den Abflug in Zermatt schon nach kurzer Zeit ausverkauft. Fotos zeigten lange Warteschlangen am Startplatz. Nach kurzer Zeit mussten diese Flüge wegen des schlechten Wetters aber eingestellt werden. Anreisende Gäste wurden gebeten, deutlich vor Zermatt eine Unterkunft zu suchen.

Schon bei einer Sperre von Straße und Bahn in der zweiten Januarwoche hatte Air Zermatt nach eigenen Angaben 2200 Gäste, Einheimische und Angestellte von oder nach Zermatt geflogen. Außerdem wurden 67 Tonnen Güter transportiert.

Laut Website der Gemeinde wurden am Sonntag fast alle Bergbahnen wegen der Lawinengefahr geschlossen. Von den 360 Pistenkilometern seien nur 14 Kilometer befahrbar, hieß es. Im Tal liegen fast zwei Meter Schnee. Auf den Bergen rund um den bekannten Skiort türmen sich die Schneemassen auf mindestens drei Meter Höhe.

In Österreich waren erneut viele Bahnstrecken wegen Lawinengefahr gesperrt. Dazu zählt auch die Verbindung zwischen Landeck in Tirol und Bludenz in Vorarlberg. Das bedeutete, dass alle Bahnreisenden zwischen der Schweiz und Österreich auf diesem Streckenabschnitt auf Busse ausweichen mussten. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollten für betroffene Kunden im Bedarfsfall Ersatzquartiere bereitstellen.

Zermatt liegt am Fuß des weltberühmten Matterhorns auf gut 1600 Metern Höhe. In der Skisaison 2016/17 verzeichnete das Gebiet 1,16 Millionen Übernachtungen - zumeist von Gästen aus der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und den USA. Das 5500-Einwohner-Dorf hat etwa 13.500 Betten in Hotels und Ferienwohnungen.

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