Paris. Die alljährliche Algenpest in der Bretagne ist möglicherweise gefährlicher als bislang offiziell bekannt. Ein neues Gutachten bringt den Tod eines Lastwagenfahrers im vergangenen Juli, der Algen transportiert hatte, mit gesundheitsschädlichen Gasen in Verbindung.

"Das Einatmen von Schwefelwasserstoff hat so gut wie sicher den Infarkt ausgelöst", heißt es in dem von der Zeitung "Libération" am Samstag veröffentlichten Schreiben dreier Experten.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren im November eingestellt, weil sich zunächst kein Zusammenhang zwischen dem Tod des Mannes und den Algen herstellen ließ. Im vergangenen Sommer hatte es eine heftige Debatte über die Gefährlichkeit der jeden Sommer in Massen angeschwemmten Grünalgen in der Bretagne gegeben.

Ein 27 Jahre alter Reiter war nach einem Ritt über den Algenteppich bewusstlos zusammengebrochen, sein Pferd starb. Bis zu 70 000 Tonnen Algen werden jährlich an der bretonischen Küste eingesammelt.

Die Pflanze ist selbst nicht giftig, kann aber gesundheitsschädliche Gase entwickeln, wenn sie vermodert. Der Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahren zu der Ausbreitung der Algen beigetragen.

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