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Wissenschaftler haben in Österreich lebendige Schweine unter Schneemassen begraben und damit landesweit Entsetzen ausgelöst. Der am Dienstag gestartete Tierversuch, bei dem alle 29 Schweine ums Leben kommen, soll Aufschluss über die Umstände des Todes in Lawinen bringen.

Wissenschaftler haben in Österreich lebendige Schweine unter Schneemassen begraben und damit landesweit Entsetzen ausgelöst. Der am Dienstag gestartete Tierversuch, bei dem alle 29 Schweine ums Leben kommen, soll Aufschluss über die Umstände des Todes in Lawinen bringen.

dpa

Wissenschaftler haben in Österreich lebendige Schweine unter Schneemassen begraben und damit landesweit Entsetzen ausgelöst. Der am Dienstag gestartete Tierversuch, bei dem alle 29 Schweine ums Leben kommen, soll Aufschluss über die Umstände des Todes in Lawinen bringen.

Wien. Wissenschaftler haben in Österreich lebendige Schweine unter Schneemassen begraben und damit landesweit Entsetzen ausgelöst. Der am Dienstag gestartete Tierversuch, bei dem alle 29 Schweine ums Leben kommen, soll Aufschluss über die Umstände des Todes in Lawinen bringen.

Als "unfassbar", "unethisch" oder "widerwärtig" bezeichneten am Donnerstag zahlreiche Tierschutzverbände und Parteien die Aktion und forderten ihr sofortiges Ende. Selbst das Land Tirol - wo das Experiment stattfindet - und die österreichische Bergrettung distanzierten sich.

Nach dem Versuchsablauf sollen noch etwa zwei Wochen lang jeden Tag zwei bis drei Schweine im Ötztal von einer simulierten Lawine begraben werden, zitiert der Sender ORF die Wissenschaftler der Medizinischen Universität Innsbruck. Die Schweine werden dafür betäubt und an Geräte angeschlossen.

Je nach Größe der Atemhöhle verfolgen die Wissenschaftler über Minuten oder Stunden das langsame Ersticken der Tiere. Andere Schweine werden nur bis zum Kopf im Schnee vergraben und erfrieren. Danach zerteilen die Forscher die Tiere und nehmen Gewebeproben.

Der Versuch sei vom Wissenschaftsministerium genehmigt worden, verteidigte sich die Medizin-Uni am Donnerstag in einer Mitteilung gegen die Angriffe von allen Seiten. Durch die Narkose bemerkten die Tiere nichts von ihrem Tod, die Belastung sei deutlich geringer als bei herkömmlichen Schlachtmethoden, sagte Studienmitarbeiter Volker Wenzel.

Mit dem Versuch wolle man Erkenntnisse über die Überlebenschancen von Opfern in Lawinen erlangen: "In der dramatischen Situation nach einer Bergung können Notärzte somit besser beurteilen, ob und für welche Opfer reelle Überlebenschancen bestehen."

Die Tierschützer werfen den Forschern mangelndes Gefühl für die ethische Vertretbarkeit von Versuchen vor: "Das ist wohl einer der widerwärtigsten Tierversuche, der jemals in Österreich durchgeführt worden ist", reagierte der österreichische Tierschutzverein.

Der Versuch diene lediglich der Profilierung von Wissenschaftlern, das Geld könne zielführender für Lawinensuchgeräte und die Aufklärung von Wintersportlern verwendet werden. Wodurch Menschen bei Lawinen sterben und wie lange das dauert, sei aus jahrzehntelanger Erfahrung bekannt, kritisierte die Organisation "Vier Pfoten".

Unterstützung erhalten die Kritiker von der Politik. Der Tierschutzreferent der Tiroler Landesregierung, Anton Steixner, will von dem Versuch nichts gewusst haben und ist von den "sonderbaren Methoden" überrascht. "Schweine lebendig unter Schneemassen zu begraben, ist moralisch äußerst bedenklich", teilte er mit.

Er distanziere sich von derart experimentellen Methoden. Auch die österreichische Bergrettung will damit nichts zu tun haben und stellt den Sinn des Versuchs infrage. Die Sozialdemokratische SPÖ und die Grünen fordern ein sofortiges Ende und wollen die Genehmigung im Parlament diskutieren.

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