Die Bundespolizei testet am Düsseldorfer Flughafen Zweiräder aus den USA.

Ein ungewohntes Bild: Bundespolizisten fahren am Düsseldorfer Flughafen Roller-Streife.
Ein ungewohntes Bild: Bundespolizisten fahren am Düsseldorfer Flughafen Roller-Streife.

Ein ungewohntes Bild: Bundespolizisten fahren am Düsseldorfer Flughafen Roller-Streife.

Bernd Nanninga

Ein ungewohntes Bild: Bundespolizisten fahren am Düsseldorfer Flughafen Roller-Streife.

Düsseldorf. Eine kaum merkliche Gewichtsverlagerung auf die Zehenspitzen - schon setzen sich die zwei Räder in Bewegung, immer schneller. Und jetzt den Lenker nach rechts schwenken, dann geht es in eine Kurve. Die schwierigste Lektion: Bestimmt, aber nicht ruckartig zurücklehnen, damit die Räder wieder stoppen, ohne dass der komplette Roller nach hinten kippt. Segways (benannt nach dem Hersteller) haben Suchtpotenzial. Aber das ist nicht der Grund, warum die Bundespolizei am Düsseldorfer Flughafen jetzt mit den elektrischen Stehrollern auf Streife geht. Die Inspektion soll als erste in Deutschland die Segways für den Einsatz am Airport testen.

"Wir haben nur eine begrenzte Anzahl Beamte", sagt Michael Mertens von der Bundespolizeidirektion St. Augustin. Mit den Segways sollen die Polizisten schneller unterwegs sein und so auch ihre Arbeit schneller erledigen. "Aber die Streife wird zudem auch eher gesehen. Das Sicherheitsgefühl der Fluggäste wird gesteigert", ergänzt Thomas Hermsen von der Inspektion am Flughafen.

9,6 km/h erreicht der Roller im "Indoor-Modus" in der Spitze. Müssen die Polizisten doch mal einen Dieb verfolgen, können sie umschalten in den nächsten Modus und sind dann bis zu 20km/h schnell. Auch mit Martinshorn, einem LED-Blaulicht und Lautsprechern ist der Roller ausgestattet. Etwa 36 Kilometer können sie zurücklegen, bevor sie zum Aufladen an die Steckdose müssen.

Landespolizei in Hessen setzt bereits auf die Segways

Ein halbes Jahr lang sollen die Bundespolizisten in Düsseldorf die Roller erproben. "Auch in Bahnhöfen werden wir sie testen", sagt Mertens. "Dann entscheiden wir, ob sie ein adäquates Einsatzmittel sind." Laut Hannes Buttmann, Vertriebsleiter von der Firma Segway in Deutschland, gehört das Gerät im Herstellerland USA längst zum Standard. "Das Potenzial im Sicherheitssektor in Europa ist noch enorm."

Bislang sei Deutschland bei der Verbreitung weit vorn: In Hessen etwa setzt die Landespolizei Segways bereits in Fußgängerzonen und auf Messen ein; laut Michael Mertens aber auch mit Geländereifen ausgerüstet in Parks - als Ersatz für die teuren Reiterstaffeln.

Im Sockel des Segway befinden sich fünf Sensoren, die Gewichtsverlagerungen wahrnehmen. So wird der Roller beschleunigt und gebremst. Durch das Schwenken der Lenkstange wird navigiert.

Der Roller ist 47 Kilo schwer, die Plattform 21 Zentimeter hoch. Für den Fahrer gilt ein Gewichtslimit von 105 Kilo.

Durch Verträge mit der Herstellerfirma bekommt die Polizei die Segways mit Sonderausstattung für rund 8000 Euro.

Ein Problem, das Pilotprojekt am Flughafen Düsseldorf durchzuziehen, wird die Bundespolizei kaum haben. Die Beamten konnten sich freiwillig melden, um ab Samstag mit den vier Test-Segways auf Streife zu gehen. Thomas Hermsen: "Wir haben schon jetzt viel mehr Bewerber, als wir in den Einsatz bringen können."

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