Schneise der Verwüstung an der französischen Mittelmeerküste – Millionenschaden.

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Aufräumarbeiten am Strand von Cannes: Große Teile des Sands wurden von den Wellen weggespült, Strandlokale zum Teil schwer beschädigt.

Aufräumarbeiten am Strand von Cannes: Große Teile des Sands wurden von den Wellen weggespült, Strandlokale zum Teil schwer beschädigt.

Reuters

Aufräumarbeiten am Strand von Cannes: Große Teile des Sands wurden von den Wellen weggespült, Strandlokale zum Teil schwer beschädigt.

Nizza. Ali Abdahafide, Inhaber des Restaurants "Castel-Plage" in Nizza, steht buchstäblich vor einem Scherbenhaufen. 30 Jahre Arbeit hat er in sein schickes Lokal gesteckt, dann rafft das wild gewordene Mittelmeer sein ganzes Lebenswerk auf einen Schlag hinweg. "In ein paar Minuten habe ich alles verloren", sagt der Restaurantbesitzer. Von der Bodenplatte abgesehen hat sich das Meer alles genommen. Tische und Stühle, Küche und Theke.

Die Riesenwellen kamen am frühen Dienstagabend blitzschnell und mit einer nicht gekannten Gewalt. Cannes und Nizza, die Perlen an der Côte d’Azur, traf das Unwetter am heftigsten. Verrücktes Wetter. Noch vor einer Woche hatten sie sich hier bei 30 Grad in der Sonne geräkelt, die Strandlokale waren überfüllt. Auf einen Schlag fiel das Quecksilber dann um mehr als 20Grad.

Bis zu sieben Meter hohe Wellen schlugen gegen die Küste. Die Fischer im Hafen von Nizza sind eigentlich ein sturmerprobter Menschenschlag, aber auch sie müssen lange zurückdenken, bis sie sich an ein vergleichbares Spektakel erinnern. "Seit 1948 haben wir so etwas nicht mehr erlebt", sagt einer. Stunden vorher konnte sich Nizza noch rühmen, mit der "Promenade des Anglais" eine der schönsten Buchten an der Côte d’Azur zu besitzen. Nun ist die stolze Pracht dahin.

Bis zum Filmfestival in einer Woche soll alles repariert sein

Die Schneise der Verwüstung zieht sich entlang der gesamten französischen Mittelmeerküste. Die berühmte Croisette in Cannes: Schauplatz des Internationalen Filmfestivals, das in einer Woche beginnen soll. Einheimische wie Touristen wähnen sich in einem Katastrophenfilm. Nur mit dem Unterschied, dass sie nicht Zuschauer, sondern Leid geplagte Mitwirkende sind.

"Die Schäden gehen in die Millionen", zieht Alain Jouanjus, Chef der Stadtwerke, Bilanz. Es gleicht einem kleinen Wunder, dass in der Springflut niemand ums Leben gekommen ist. Befürchtungen, das Kinospektakel müsse verschoben werden, bestätigen sich jedoch nicht. "Alles wird rechtzeitig fertig werden", verspricht der Beigeordnete David Lizard.

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