Lindau/Kempten. Wegen Veruntreuung von Spendengeldern für seinen schwerstbehinderten Sohn ermittelt die Kriminalpolizei Lindau Ermittlungen gegen den Vater. Wie die Polizei in Kempten am Mittwoch mitteilte, wird der 50-Jährige verdächtigt, das Geld unter anderem in Casinos verspielt zu haben.

Der Schaden soll im vierstelligen Eurobereich liegen. Der Beschuldigte war zum Betreuer seines Sohnes bestellt worden, seitdem dieser durch einen brutalen Überfall ein Pflegefall ist. Zwei rechtsradikale Skinheads aus Österreich hatten im August 2006 den damals 19-Jährigen in Lindau fast zu Tode geprügelt.

Der Vater wurde inzwischen vom Vormundschaftsgericht als Vermögens-Betreuer seines Sohnes entlassen. Als Betreuer war er auch für die Verwaltung des Vermögens seines Sohnes zuständig. Er hatte dadurch Zugriff auf dessen Konto, auf das nach Polizeiangaben auch Spendengelder eingingen.

Die beiden Täter wurden 2007 von einem österreichischen Gericht wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten ihr Opfer derart brutal zusammengeschlagen, dass der heute 21-Jährige voraussichtlich den Rest seines Lebens ein Pflegefall bleiben wird.

Er lag nach dem Überfall zweieinhalb Monate lang im Koma. Dem Opfer waren 100 000 Euro Schmerzensgeld, seinen Eltern und einer Schwester je 10 000 Euro zugesprochen worden.

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