Duisburg. Im Zuge der Ermittlungen zur Katastrophe bei der Loveparade hat der Panikforscher Michael Schreckenberg schwere Vorwürfe gegen die Stadt Duisburg und den Veranstalter erhoben. Man habe dem Wissenschaftler gezielt Informationen vorenthalten, berichtet das Magazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf ein Schreiben von Schreckenbergs Anwalt an die Staatsanwaltschaft.

Es sei offenbar nicht gewollt gewesen, die Planungen für das Techno-Event kritisch zu überprüfen, zitiert der „Spiegel“ aus der Stellungnahme. Am 24. Juli waren bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. Schreckenberg hatte die Stadt bei der Erstellung des Sicherheitskonzepts beraten sollen - er geriet nach dem Unglück selbst in den Fokus der Ermittler.

Der Verkehrsexperte der Universität Duisburg-Essen habe wiederholt und nachhaltig vor dem Tunnel gewarnt, in dem es zu der Massenpanik gekommen war, schreibt der Anwalt in der 60-seitigen Stellungnahme. Tatsächlich sei der Professor aber zu keinem Zeitpunkt in die Planungen wirklich einbezogen worden. „Zusammenfassend kann man sagen, dass Nachfragen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge nicht gewünscht waren“, zitiert der „Spiegel“.

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