Viele Opfer der Katastrophe leiden noch unter den Folgen.

Bei der Massenpanik am 24. Juli 2010 erlitten viele Besucher der Loveparade nicht nur körperliche, sondern auch seelische Verletzungen.
Bei der Massenpanik am 24. Juli 2010 erlitten viele Besucher der Loveparade nicht nur körperliche, sondern auch seelische Verletzungen.

Bei der Massenpanik am 24. Juli 2010 erlitten viele Besucher der Loveparade nicht nur körperliche, sondern auch seelische Verletzungen.

dpa

Bei der Massenpanik am 24. Juli 2010 erlitten viele Besucher der Loveparade nicht nur körperliche, sondern auch seelische Verletzungen.

Duisburg. Die Loveparade hat das Leben seiner Familie verändert. „Bei uns zu Hause sind die Folgen dieser Katastrophe täglich sichtbar“, sagt Jürgen Hagemann. Seine 17 Jahre alte Tochter hat bei der Massenpanik am 24. Juli 2010 Quetschungen erlitten. Körperlich sei sie längst wieder fit, doch ihre Seele habe Narben davon getragen, berichtet der Vater.

Hunderte Opfer wünschen sich Aufklärung – der Verein Massenpanik Selbsthilfe hat deshalb am Wochenende eine Gesprächsrunde organisiert. Etwa 100 Menschen diskutierten stundenlang den tragischen Verlauf der Massenparty, in deren Folge 21 Menschen starben, über Verantwortung und Planungsfehler, über Opfer und Hinterbliebene.

„Wir sind noch weit davon entfernt, die Ereignisse zu verstehen“

Die Tagung vorbereitet hatte Lothar Evers, der einen eigenen Analyse-Blog zur Loveparade hat (dokunews.org). „Auch heute sind wir weit davon entfernt, die Ereignisse zu verstehen“, sagt Evers. Deshalb habe er Dokumente gesammelt, Videos gesichtet und Tonaufnahmen analysiert. Evers skizzierte mögliche Planungs- und Konzeptionsfehler der tragischen Massenparty. Dazu sagt Sprecher Hagemann: „Die Loveparade-Katastrophe war keine Verkettung unglücklicher Umstände, sondern eine Verkettung von Fehlern.“

Für ihn ist die Aufarbeitung der Loveparade auch der Versuch, einen Albtraum zu überwinden. „So ein Trauma vergeht aber nie, das bleibt lebenslänglich“, meint Hagemann. Seine Tochter meidet den Bus, die Bahn und große Veranstaltungen. „Unseren Besuch auf dem Weihnachtsmarkt mussten wir abbrechen.“ Andere Opfer haben ihre Arbeit verloren. „Der Weg zurück ins Leben war für viele hart“, sagt Hagemann.

Ombudsmann hilft zum Beispiel bei Problemen mit Versicherungen

Gibt es Probleme, können sich Opfer und Hinterbliebene an Wolfgang Riotte, den von der Landesregierung berufenen Ombudsmann, wenden. Ein immer wiederkehrendes Thema sind Versicherungen, sagt Riotte. Bei der Kostenübernahme gebe es zum Teil Probleme. Für psychisch belastete Jugendliche sei es zum Beispiel schwierig, Lebensversicherungen abzuschließen.

 

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