Sauerland
Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

dpa

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Duisburg (dpa) - Gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wird im Fall der Loveparade-Katastrophe nach Informationen aus Justizkreisen nicht ermittelt. Auch gegen den Chef der Veranstalterfirma Lopavent, Rainer Schaller, werde nicht ermittelt.

Unter den 16 Personen gegen die die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt, sind elf Mitarbeiter der Stadtverwaltung, vier von Lopavent und einer von der Polizei.

"Die Verantwortlichen für diese Katastrophe müssen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden", erläuterte NRW-Innenminister Ralf Jäger. "Aber Bestrafung allein greift zu kurz. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass wir die richtigen Konsequenzen für zukünftige Großveranstaltungen aus der Loveparade ziehen."

Der NRW-Innenminister verlangt eine deutlich höhere Verlässlichkeit, dass die Städte in Zukunft bei den Genehmigungen für Veranstaltungen keine Abstriche bei den Sicherheitskonzepten zulassen und sich die Veranstalter an die erteilten Auflagen halten.

"Wir haben von Anfang an gesagt: Es ist unwahrscheinlich, dass ein Polizeieinsatz dieser Dimension fehlerfrei verläuft, wenn das Sicherheitskonzept des Veranstalters gleich zu Beginn zusammenbricht", so Jäger, "deshalb dürfen Großveranstaltungen nur dann stattfinden, wenn die Polizei bereits zur Genehmigung ihr Einvernehmen erteilt."

Falls die Kommune die Sicherheitsbedenken der Polizei nicht berücksichtigt, wird die Bezirksregierung eingeschaltet.

Mit der Benennung von Beschuldigten gehen die Ermittlungen in die konkrete Phase. Staatsanwaltschaft und Polizei werden jetzt die Beschuldigten zur den Vorgängen bei der Loveparade vernehmen. Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, gegen wen sie Anklage erheben werden.

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