Eine private Stiftung soll langfristige Unterstützung garantieren.

Stiftungsgründer Adam Krawczyk (l.) und Matthias Roeingh.
Stiftungsgründer Adam Krawczyk (l.) und Matthias Roeingh.

Stiftungsgründer Adam Krawczyk (l.) und Matthias Roeingh.

Michaelis

Stiftungsgründer Adam Krawczyk (l.) und Matthias Roeingh.

Düsseldorf. Die Opfer der Loveparade sollen künftig Hilfe von einer privaten Stiftung erhalten. Matthias Roeingh alias Dr.Motte, Erfinder der Loveparade, Adam Krawczyk, Rechtsanwalt und ehemaliger Kanzleikollege eines der Todesopfer, sowie Stiftungsexperte Rainer Güttler haben die Love-Stiftung ins Leben gerufen. Das Ziel: Opfern der Loveparade schnell und unkompliziert zu helfen, aber auch eine langfristige Unterstützung sicherzustellen. Im April waren bei einer Massenpanik auf der Technoparty 21 Menschen getötet und rund 5000 verletzt worden, zehn Opfer befinden sich noch immer in stationärer Behandlung.

"Viele Menschen warten noch auf Hilfe und werden mit leeren Versprechen abgespeist. Das ist ein unhaltbarer Zustand", sagte Krawczyk. Er berichtete von Standardschreiben, mit denen die Opfer unter Verweis auf die laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hingehalten würden. "Es gibt keine zentrale Anlaufstelle für die Opfer. Keiner weiß, wohin er sich wenden soll", kritisierte Roeingh. Er befürchtet, dass die Traumata von Loveparadebesuchern häufig nicht erkannt und unterschätzt würden. "Besonders tückisch ist, dass ein solches Trauma oft erst in fünf bis acht Jahren mit voller Wucht ausbricht", ergänzte Krawczyk.

Hilfsfonds vom Land und der Versicherung reichen nicht aus

Bis dahin wäre der eine Million Euro umfassende Hilfsfonds des Landes vermutlich schon ausgelaufen. "Etwa 80 Prozent der Mittel sind aufgebraucht", so Ombudsmann Wolfgang Riotte. Er ist der Ansicht, dass das Geld aus dem NRW-Fonds zur Entschädigung der Opfer reicht. Auch die Versicherung des Loveparade-Veranstalters hat einen Fonds von einer Million Euro aufgelegt.

Krawczyk und Roeingh schätzen den Hilfsbedarf größer ein, und kritisieren, dass es noch keine lückenlose Aufklärung gebe. Laut Rainer Güttler stehe die Treuhandstiftung noch am Anfang. "Wir brauchen jetzt Spendengelder und Stiftungskapital."

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