Bundespräsident Wullf im Gespräh mit RotKreuz-Mitarbeitern nach der Trauerfeier am Samstag.
Bundespräsident Wullf im Gespräh mit RotKreuz-Mitarbeitern nach der Trauerfeier am Samstag.

Bundespräsident Wullf im Gespräh mit RotKreuz-Mitarbeitern nach der Trauerfeier am Samstag.

Reuters

Bundespräsident Wullf im Gespräh mit RotKreuz-Mitarbeitern nach der Trauerfeier am Samstag.

Berlin (dpa). Bundespräsident Christian Wulff hat Wulff  hat den heftig in der Kritik stehenden Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) an seine politische Verantwortung erinnert. Außerdem regte er die Einsetzung eines Ombudsmannes und die Einrichtung eines Hilfsfonds für die Opfer der Loveparade in Duisburg und ihre Hinterbliebenen an. «Es geht darum, den Angehörigen zu zeigen, dass die gesamte Nation ihnen beisteht», sagte Wulff der «Bild am Sonntag».

Der Bundespräsident verwies auf seine Erfahrungen mit Katastrophen während seiner Zeit als Ministerpräsident: «Am Tag des Transrapid- Unglücks haben wir in Niedersachsen einen Hilfsfonds eingerichtet und zu Spenden aufgerufen. 750 000 Euro kamen zusammen, mit denen schnell und unbürokratisch auch in solchen Fällen geholfen wurde, wo Versicherungen und andere nicht helfen können», sagte Wulff.

Ein Ombudsmann habe damals die Interessen der Hinterbliebenen gegenüber Versicherungen, Amts-Dienststellen und Anwälten vertreten. «Über beides könnte man auch für die Opfer der Loveparade- Katastrophe nachdenken», sagte der Bundespräsident. Das Unglück habe vielen Menschen Leid und Kummer bereitet. Auch ein guter Freund seines Neffen in Duisburg sei unter den Toten, sagte Wulff.

Er forderte dazu auf, «organisatorische Konsequenzen» aus der Katastrophe zu ziehen: «In Zukunft muss sichergestellt sein, dass Kinder und Jugendliche bedenkenlos zu Großveranstaltungen fahren können.» Wulff fügte hinzu: «Dazu gehört, dass die Verantwortlichen insbesondere das Internet als Frühwarnsystem nutzen. In Internetforen wurde schon früh vor einer Katastrophe mit Toten gewarnt.»

Wulff erinnerte Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) an seine politische Verantwortung: «Zwar hat jeder als unschuldig zu gelten, dessen Schuld nicht erwiesen ist. Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung. Das alles wird der Oberbürgermeister genau abwägen müssen.»

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