Neues deutsches TV-Jahr: Viele Premieren stehen an - etwa «Ku'damm 56» oder «Einstein», aber auch Jubiläen etwa beim Münster-«Tatort» und «Alarm für Cobra 11» sowie das Ende von «Zimmer frei!».

Christine Westermann + Götz Alsmann
Lang, lang ist es her: Christine Westermann und Götz Alsmann, die Stammbewohner der Fernseh-WG «Zimmer frei» (hier 1997), ziehen nach 20 Jahren aus.

Lang, lang ist es her: Christine Westermann und Götz Alsmann, die Stammbewohner der Fernseh-WG «Zimmer frei» (hier 1997), ziehen nach 20 Jahren aus.

dpa

Lang, lang ist es her: Christine Westermann und Götz Alsmann, die Stammbewohner der Fernseh-WG «Zimmer frei» (hier 1997), ziehen nach 20 Jahren aus.

Berlin (dpa)  Das RTL-Dschungelcamp, der 1000. ARD-«Tatort», Steven Gätjen beim ZDF, jetzt wieder Anne Will statt Günther Jauch beim Sonntagstalk im Ersten, die Fortsetzung der Vox-Serie «Club der roten Bänder», natürlich «The Voice of Germany» bei ProSiebenSat.1, die Fußball-EM und die Olympischen Spiele bei ARD und ZDF und vieles vieles mehr: Das bringt das Fernsehjahr. Eine Umfrage bei den Programmmachern und ein Überblick nach Themen und den großen Sendern - worauf sich die Fernsehzuschauer 2016 einstellen können:

ABSCHIEDE: 2016 endet die Krimireihe «Mord in bester Gesellschaft» (ARD) mit Fritz und Sophie Wepper sowie nach 14 Jahren der Bodensee-«Tatort» mit Eva Mattes. Wahrscheinlich wird auch der letzte Krimi der ZDF-Reihe «Bella Block» mit Hannelore Hoger gedreht. Außerdem laufen auch zum Beispiel die Serie «Küstenwache» und nach zehn Staffeln das Kochformat «Lafer! Lichter! Lecker!» aus (jeweils ZDF). Ende des Jahres geht «Domian» (WDR) nach 21 Jahren als Nachttalker vom Sender. Zudem endet im Spätsommer nach 20 Jahren mit großer Jubiläums- und Abschiedsshow die legendäre Promi-WG-Sendung «Zimmer frei!» (WDR) mit Christine Westermann und Götz Alsmann.

DAS ERSTE/ARD: Bereits vom 12. bis 14. Januar (jeweils 20.15 und 21.00 Uhr) gibt es den Politthriller «Die Stadt und die Macht» als Miniserie - vielleicht eine Art deutsches «Borgen» oder «House of Cards» - mit Anna Loos als Bürgermeisterkandidatin von Berlin. Beim Neustart des ARD-Sonntagstalks kommt am 17. Januar Anne Will zurück, nachdem «Günther Jauch» vier Jahre auf dem Sendeplatz war. Große Politskandale der Bundesrepublik kommen außerdem ins Programm: «Der Fall Barschel» (Regie: Kilian Riedhof) am 6. Februar mit Alexander Fehling, Fabian Hinrichs und Matthias Matschke. Noch unklar sind die Sendedaten der Trilogie «NSU» über die rechtsextreme Mordserie, deren Teile perspektivisch jeweils die Täter, Opfer und Ermittler ins Zentrum rücken - Regisseure sind Christian Schwochow (Teil 1), Züli Aladag (Teil 2) und Florian Cossen (Teil 3). Außerdem angekündigt: eine Verfilmung des Bestsellers «Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand». Der Film mit dem Arbeitstitel «Wellness für Paare» und Stars wie Anke Engelke, Anneke Kim Sarnau, Bjarne Mädel und Devid Striesow ist eine Art Nachfolger des Films «Altersglühen - Speed Dating für Senioren» von Jan Schütte. Außerdem beleuchtet im Spätsommer ein Doku-Film die Olympischen Spiele vor 70 Jahren: «Der Traum von Olympia - Die Nazi-Spiele 1936».

TATORT in der ARD: Der 1000. «Tatort» (wohl Mitte Oktober) nimmt mit seinem Titel «Taxi nach Leipzig» Bezug auf den legendären ersten «Tatort» mit NDR-Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter) aus dem Jahr 1970. Mit Günther Lamprecht und Hans-Peter Hallwachs haben einige der Protagonisten des ersten «Tatorts» 46 Jahre und 999 Folgen später Gastauftritte, ebenso Karin Anselm, die einst eine der ersten «Tatort»-Kommissarinnen war. Ansonsten spielen die beiden aktuellen NDR-Ermittlerstars Maria Furtwängler und Axel Milberg mit. Außerdem wohl wichtig in diesem «Tatort»-Jahr: am 6. März hat das neue Frauen-Team aus Dresden Premiere und zu Ostern der Event-Krimi mit Heike Makatsch in Freiburg. Das mit Abstand beliebteste Team vom Münster-«Tatort» (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) kommt laut WDR wohl im März wieder («Ein Fuß kommt selten allein») und dann im Herbst mit seinem 30. Fall («Feierstunde»). Das Münchner Team Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) ist 25 Jahre im Dienst.

EUROVISION SONG CONTEST
in der ARD: Nach dem Hickhack um Xavier Naidoo steht nun doch ein deutscher Vorentscheid mit mehreren Teilnehmern am 25. Februar an. Details sollen bald folgen. Am 14. Mai geht in Stockholm das große Finale der europäischen Musikshow über die Bühne, für die sich auch wieder Australien qualifizieren könnte. Vergangenes Jahr in Wien beim 60. ESC war das fan-reiche Australien als Ehrengast dabei und landete auf dem fünften Platz. Moderator ist Vorjahressieger Måns Zelmerlöw («Heroes») zusammen mit der Komikerin Petra Mede, die schon 2013 in Malmö witzig durch die Show führte.

ZDF:
Der langjährige «Schlag den Raab»-ProSieben-Moderator Steven Gätjen gibt im Februar seinen ZDF-Einstand mit einer Samstagabendshow. «Die Versteckte Kamera» (13. Februar) heißt das dreistündige Live-Format mit prominenten Teilnehmern. Ab 25. Februar geht es an vier aufeinanderfolgenden Donnerstagabenden live weiter: mit der Show «I Can Do That», in der sich Promis verschiedenen Herausforderungen stellen müssen. Außerdem plant der Sender mit Gätjen eine Neuauflage von «Deutschlands Superhirn», das einst der inzwischen zur ARD gewechselte Jörg Pilawa im ZDF präsentierte. Im März soll der ambitionierte Mehrteiler «Ku'damm 56» zu sehen sein über Frauen in der Wirtschaftswunder-Ära. Drehbuchautorin Annette Hess («Weissensee») zeigt eine strenge Tanzschulen-Besitzerin (Claudia Michelsen) und ihre drei Töchter. Ab 3. Februar bereits läuft die neue Mittwochs-Vorabendserie «Die Spezialisten - Im Namen der Opfer» mit Valerie Niehaus als Gerichtsmedizinerin an. Bereits gestartet sind die fünfteilige Serie «Morgen hör ich auf» mit Bastian Pastewka als Geldfälscher und neue Folgen vom «Bergdoktor». Eine Fortsetzung kommt von der Hebammen-Serie «Lena Lorenz» mit Patricia Aulitzky und Eva Mattes. ZDFneo erregt an den Januar-Sonntagen Aufsehen mit der neuen Retro-Talkshow «Schulz und Böhmermann» mit Jan Böhmermann und Olli Schulz.

RTL: Beim Kölner Privatsender RTL stehen dieses Jahr einige Jubiläen an - zum Beispiel die zehnte Dschungelcamp-Staffel «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus» (15. bis 30. Januar). Gefeiert werden auch 6000 Folgen «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» (GZSZ) am 20. Mai und 10 Jahre «Alles was zählt» Anfang September. Bei der Autobahnpolizeiserie «Alarm für Cobra 11» wird im Frühjahr 20-Jähriges gefeiert und die 300. Folge ausgestrahlt. Neu dabei ist Daniel Roesner als Partner von Erdogan Atalay. Weiter geht es auch mit der Serie «Der Lehrer» (vierte Staffel) sowie mit der 13. Staffel mit «Deutschland sucht den Superstar» und Dieter Bohlen (Live-Finale am 7. Mai). Im März kommt «Let's Dance» wieder (neunte Staffel) und im Herbst «Das Supertalent» (zehnte Staffel). Als fiktionale Höhepunkte soll es im Winter/Ende des Jahres dreimal 90 Minuten neue «Winnetou»-Verfilmungen geben mit Nik Xhelilaj und Wotan Wilke Möhring als Old Shatterhand. Gastrollen übernehmen etwa Jürgen Vogel und Mario Adorf. Einmal zwei Stunden soll im Frühjahr der Film über die Dassler-Brüder Adolf (Ken Duken) und Rudolf (Torben Liebrecht) dauern, der sich also um die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma dreht und als Arbeitstitel «Die Turnschuhgiganten» trägt. Beim Sport bringt RTL wieder Formel 1 (ab 20. März), Boxen und die WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft (etwa am 4. September gegen Norwegen). Unklar bleibt zunächst, ob es nach dem Kritikerlob und Quotendesaster für die Spionage-Serie «Deutschland 83» weitergeht mit «Deutschland 86».

PROSIEBEN:
Im Jahr eins nach Stefan Raab hat es der Privatsender wohl nicht einfach. Viele Sendeplätze sind frei und Shows fallen weg, wohl auch der «Bundesvision Song Contest». ProSieben setzt aber auf viele Neuentwicklungen und noch mehr Joko & Klaas. Neben «Mein bester Feind», «Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt» und der wöchentlichen Montagabendsendung «Circus HalliGalli» (ab 1. Februar wieder, Start mit einer XL-Ausgabe) kommt für Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf auch noch «Die beste Show der Welt» hinzu und die im Titel grammatikalisch schräge Show «Das Duell um die Geld». Als Samstagabendshow geht auch «Teamwork - Spiel mit deinem Star» mit Jeannine Michaelsen weiter. Außerdem soll es eine Samstagabendshow in den eigenen vier Wänden geben - sie heißt «Heimspiel» und wird bei einem Zuschauer zu Hause statt in einem Studio veranstaltet. Bei «Stars in the Box» (statt «Schulz in the Box» mit Olli Schulz) sollen nun Promis wie Palina Rojinski, Sido oder Smudo in einem völlig ungewohnten Umfeld ausgesetzt werden. Außerdem soll ab Frühjahr die Comedy-Show «Prankenstein» mit Lena Gercke wöchentlich kommen sowie bereits ab Februar eine neue Dating-Show mit dem Titel «Kiss Bang Love» (eine Frau küsst zwölf Männer mit verbundenen Augen, um die große Liebe zu finden). Am 4. Februar startet zudem die elfte Staffel «Germany's next Topmodel - by Heidi Klum».

SAT.1: Nach einigem Serienpech 2015 (etwa «Mila») bleibt Sat.1 guten Mutes. Nach einem gut gelaufenen TV-Movie im Frühling 2015 kommen 2016 nun sechs Folgen «Einstein» mit Tom Beck in der Hauptrolle. Die Serie dreht sich um einen intelligenten, aber drogenabhängigen Wissenschaftler, der für die Polizeidienststelle Bochum knifflige Fälle löst. In der Produktion «23 Cases» (mit Shadi Hedayati und Bernhard Piesk) geht es um insgesamt 23 Mordfälle, die neu aufgerollt werden müssen. Als große Events und Movies sind zum Beispiel «Die Hebamme II» (Arbeitstitel/AT) mit Josefine Preuß im Wien des 19. Jahrhunderts angekündigt, das Märchen «Cinderella 2.0» (AT) mit Mira Bartuschek oder auch «Die Suche» (AT) mit Annette Frier als Transplantationschirurgin sowie «Die Truckerin» (AT) ebenfalls mit Frier. Außerdem kommt im Frühling auch wieder «The Voice Kids» und im Herbst die inzwischen sechste Staffel «The Voice of Germany» (zusammen mit ProSieben) mit Moderatorin Lena Gercke.

VOX:
Der Sender plant eine zweite Staffel der erfolgreichen Krankenhausserie «Club der roten Bänder», die im Spätherbst kommen soll. Außerdem gibt es im Herbst eine zweite Staffel «Geschickt eingefädelt - Wer näht am besten?» mit Guido Maria Kretschmer und eine dritte Staffel der Gründershow «Die Höhle der Löwen». Zuvor aber stehen sechs neue Folgen «Kitchen Impossible» mit Rückkehrer Tim Mälzer an (ab 7. Februar) sowie im März der 10. Geburtstag der Reihe «Das perfekte Dinner«». Im Frühling kommt auch die dritte Staffel «Sing meinen Song - Das Tauschkonzert» mit Xavier Naidoo, Nena, The BossHoss und Samy Deluxe. Als Free-TV-Premiere soll die erste Staffel der Mystery-Serie «Weinberg» mit Friedrich Mücke (vom Sender TNT Serie) laufen.

RTL II: Als deutsche Free-TV-Premiere kommt die fünfte Staffel von «Game Of Thrones» ab 12. Februar. RTL II zeigt vorher (ab 31. Januar) alle vorherigen Staffeln, um den Neueinstieg zu ermöglichen. Im Herbst fast obligatorisch: Eine neue Staffel der Horrorserie «The Walking Dead», inzwischen Durchgang Nummer sechs.

KABEL EINS: Der Sender wirbt mit einigen eigenproduzierten Formaten aus dem echten Leben - unter anderem mit einem TV-Comeback: «Die Ludolfs - Das Schrottimperium ist zurück!» (ab 10. Januar). Die Existenzgründerreihe «Vom Spinner zum Gewinner» startete am 6. Januar mit mauen Quoten.

NEUES IM INTERNET: Ab 1. Oktober soll es «only online» ein rein digitales Jugendangebot von ARD und ZDF für junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren geben. Dafür haben die Ministerpräsidenten eigens den sogenannten Rundfunkänderungsstaatsvertrag unterzeichnet.

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