Durchfall, Fieber und innere Blutungen als Folge.

Düsseldorf. Wer die Bilder aus Japan sieht, denkt unweigerlich an Tschernobyl. Prognosen über ähnliche Auswirkungen sind aber unmöglich, meint Alexander Rosen von der Organisation „Ärzte für die Verhütung des Atomskriegs“ (ippnw). „Wir können nur auf Erfahrungen zurückgreifen, die in Tschernobyl oder nach dem Atomunfall im US-Kraftwerk Harrisburg 1979 gemacht wurden“, sagt der Kinderarzt von der Uniklinik Düsseldorf.

Weltweit wird die Radioaktivität ansteigen

Derzeit seien Helfer und Bevölkerung im Umkreis sogenannter Gammastrahlung ausgesetzt. Wichtig sei deshalb die Einnahme von Jodtabletten für die Schilddrüse, die ansonsten das nun freigesetzte radioaktive Jod 131 aus der Umwelt aufnehmen würde.

Die Strahlenbelastung im Körper wird in Gray ermittelt. Ab einer bestimmten Dosis reagiert der Betroffene mit Fieber, Durchfall und Übelkeit. Hohe Dosen führen zudem zu Verbrennungen, Haarausfall und Blutungen. „In Tschernobyl gab es einen dramatischen Anstieg an Leukämie, Lymphdrüsen- und Eierstockkrebs, aber auch Missbildungen. Selbst heute noch“, sagt Rosen.

Die bislang in Fukushima ausgetretene Strahlung wird laut Rosen zu einem weltweiten Anstieg der Radioaktivität führen. Grund zur Panik sei das nicht. In Bayern etwa seien auch 25 Jahre nach Tschernobyl die Böden noch belastet, einen signifikanten Anstieg von Krebserkrankungen gebe es nicht. Dass Reaktor I in Fukushima mit Meerwasser gekühlt wird, sieht der Arzt hingegen mit Sorge. „Wenn das Wasser zurück ins Meer geleitet wird, sind Fischbestände und Algen bedroht. Alles, was mit dem AKW in Berührung kommt, ist radioaktiver Müll und muss auch so entsorgt werden.“

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