Kondolenzbereich für German Wings Opfer am 29.6.15
Kondolenzbereich für German Wings Opfer am 29.6.15

Kondolenzbereich für German Wings Opfer am 29.6.15

Melanie Zanin

Kondolenzbereich für German Wings Opfer am 29.6.15

Düsseldorf. Das Düsseldorfer Landgericht wird sich bald mit mehreren Klagen von Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes von 2015 befassen. Bislang liegen dem Gericht drei Klagen von insgesamt neun Angehörigen vor, die sich gegen Germanwings und die Deutsche Lufthansa richten. Dabei geht es um insgesamt knapp vier Millionen Euro.

Rechtsanwalt Christof Wellens vertritt dabei eine Familie, die von Germanwings ein höheres Schmerzensgeld fordert. „Die Höhe des bereits gezahlten Schmerzensgeldes ist unserer Meinung nach nicht ausreichend“, sagt der Rechtsanwalt. Seine Mandanten, Eltern von Absturzopfern, belaste der Verlust extrem. „Sie können ihren Beruf nicht mehr ausüben.“

Lufthansa hat bereits 10 000 Euro Schmerzensgeld gezahlt

Nach dem Absturz hatte die Lufthansa bereits eine Reihe von Leistungen gezahlt. Neben den 10 000 Euro Schmerzensgeld für die nahen Hinterbliebenen hat das Unternehmen den Angehörigen pro Opfer 50 000 Euro Soforthilfe gezahlt – rund 30 000 Euro mehr als gesetzlich vorgeschrieben. Hinzu kamen 25 000 Euro, die jeder Familie wegen der erlittenen Todesangst der Passagiere gesetzlich zustanden.

Christof Wellens vertritt vier weitere Familien, die Germanwings verklagen wollen: „Germanwings ist der Beförderer und Ticketverkäufer. An den Konzern Lufthansa kommt man nicht dran“, sagt Wellens.

Mit der Forderung gegenüber Lufthansa nach höherem Schmerzensgeld war zuletzt schon der Berliner Anwalt Elmar Giemulla gescheitert. Er hatte 30 000 Euro mehr pro Hinterbliebenem verlangt, Lufthansa hatte abgelehnt.

Die Germanwings-Maschine war am 24. März 2015 auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Der Co-Pilot soll für den Absturz verantwortlich sein.

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