Am Montag sagte vor dem Landgericht Mannheim der Münsteraner Rechtsmediziner Bernd Brinkmann aus.

Kachelmann
Rechtsmediziner Bernd Brinkmann wurde gestern in Mannheim als sachverständiger Zeuge gehört.

Rechtsmediziner Bernd Brinkmann wurde gestern in Mannheim als sachverständiger Zeuge gehört.

dpa

Rechtsmediziner Bernd Brinkmann wurde gestern in Mannheim als sachverständiger Zeuge gehört.

Mannheim. Einige der Bilder, die der Rechtsmediziner mitgebracht hatte, waren auch von den Zuschauerbänken aus zu erkennen. Fotos von Blutergüssen auf den Oberschenkeln der Frau, die Jörg Kachelmann vergewaltigt haben soll.

Am Montag sagte vor dem Landgericht Mannheim der Münsteraner Rechtsmediziner Bernd Brinkmann aus. Die Verteidigung hatte Brinkmann als Gutachter vorgeschlagen, das Gericht hatte den erfahrenen Experten bereits im Oktober wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. In einer Expertise hatte Brinkmann geschrieben, dass sich die 37-Jährige ihre Verletzungen selbst zugefügt haben könnte.

Am Rande der Vernehmung kommt es zu einem lautstarken Wortgefecht

Nun wurde Brinkmann als sogenannter sachverständiger Zeuge gehört. Das bedeutet: Er durfte über seine Wahrnehmungen sprechen, jedoch vor Gericht keine Schlussfolgerungen ziehen. Nach Darstellung der Frau sollen die Blutergüsse entstanden sein, als Kachelmann mit den Knien ihre Oberschenkel auseinanderdrückte.

Hierzu allerdings scheint die von Brinkmann festgestellte Form der Hämatome nicht zu passen. Brinkmann zog Vergleiche zu Verletzungen durch Faustschläge. „Die sichelförmige Kontur ist bekannt von entsprechenden Verletzungen bei Kindesmisshandlungen“, so Brinkmann. Hierfür brauche es „eine gewisse kinetische Energie“. Die mögliche, aber nicht ausgesprochene Schlussfolgerung: Simone W. (Name geändert) könnte sich die Blutergüsse selbst zugefügt haben.

Am Rande der Vernehmung kam es zu einem lautstarken Wortgefecht im Gerichtssaal. Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn kritisierte, dass Brinkmann vor seinem ersten Auftritt bei Gericht gründlich durchsucht worden war. Als Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge widersprechen wollte, fuhr ihn der beisitzende Richter Joachim Bock an: „Jetzt sind Sie mal still, Herr Oltrogge!“ Oltrogge setzte nochmals an: „Ich beanstande diese Art und Weise. . .“. Nun schrie Richter Bock den Staatsanwalt geradezu an: „Jetzt reicht’s aber wirklich!“

Der Prozess soll am kommenden Montag mit der Vernehmung der medizinischen Sachverständigen fortgesetzt werden.

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