Weiße Weihnacht ist sicher. Aber erst muss man mal gesund nach Hause kommen. Am Nachmittag im Berufsverkehr wurden noch einmal deutlich mehr Unfälle erwartet.

Weihnachtsmann auf dem Brocken
Den "Weihnachtsmann" jedenfall kann weder Schnee noch Eis davon abhalten, pünktlich die Geschenke auszuliefern.

Den "Weihnachtsmann" jedenfall kann weder Schnee noch Eis davon abhalten, pünktlich die Geschenke auszuliefern.

dpa

Den "Weihnachtsmann" jedenfall kann weder Schnee noch Eis davon abhalten, pünktlich die Geschenke auszuliefern.

Duisburg/Essen (dpa). Für Heiligabend kann sich NRW auf Schnee freuen, wie es ihn schon lange nicht mehr gab: «Weiße Weihnacht ist zu hundert Prozent sicher», sagte Karl-Heinz Nottrodt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Essen. Soviel Schnee habe es zuletzt vor 24 Jahren gegeben. Die dicken Flocken machen aber erst Spaß, wenn man wohlbehalten zu Hause angekommen ist. Bis dahin müssen Autofahrer und Fußgänger auf eisglatten Straßen und Gehwegen höllisch aufpassen: Am Donnerstag meldete der Polizei- Lagedienst in Duisburg schon bis 12 Uhr mittags überdurchschnittliche 455 Verkehrsunfälle. Bei verstärktem Schneefall am Nachmittag gab es auf den Autobahnen im Feierabendverkehr am Donnerstag lange Staus. Im Verkehrsfunk wurden nur noch Störungen ab vier Kilometern Länge verlesen. Am Nachmittag warnte der Wetterdienst vor Glatteis. Bis zum Mittag verletzten sich bei den Verkehrsunfällen 2 Menschen schwer und 27 leicht. Der Gesamtschaden betrug über eine Million Euro. Schnee-Pechvogel des Tages war ein Oberhausener, der draußen seinen Motor reparierte. Eine Schneelawine löste sich vom Dach des Hauses, unter dem der Wagen stand, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Sie prallte ausgerechnet auf die geöffnete Motorhaube, diese schlug herunter und verletzte den 67-Jährigen am Kopf. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. In Teilen von Arnsberg, Soest und des Märkischen Kreises wurde wegen der Glätte der Busverkehr eingestellt. Am Flughafen Düsseldorf mussten 17 von 460 Flügen annulliert werden - allerdings nicht wegen des NRW-Wetters, sondern wegen Problemen der Zielflughäfen Paris, London, Amsterdam und Zürich, wie Sprecherin Sonja Schröder sagte. Nach dem Hauptschneetag Heiligabend soll es richtig kalt werden. Laut Prognosen fallen die Temperaturen in der Nacht zum Zweiten Weihnachtstag auf bis minus 16 Grad. Bei solcher Eiseskälte vergeht manchen sogar die Lust auf Glühwein: Der harte Winter hat bei vielen Weihnachtsmärkten in NRW die Besucherzahlen gedrückt, wie eine dpa- Umfrage ergab. «Es war nicht so voll wie im vergangenen Jahr», sagte zum Beispiel Thomas Winkler, Marktmeister in Dortmund. «Einige Stände haben 20 bis 30 Prozent Umsatzeinbußen gehabt.» Ärger über Verspätungen auch immer wieder bei der Bahn. Landes- Verkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) forderte am Donnerstag eine bessere Wartung der Züge. Die Bahn müsse mehr in die langfristige Instandhaltung und in Reparaturen investieren. «Dazu gehören im Winter auch fachgerechte und regelmäßige Enteisungen», sagte Voigtsberger in Düsseldorf. Bis zum frühen Nachmittag gab es NRW-weit aber eher kürzere Verspätungen bis 30 Minuten, wie ein Bahn-Sprecher sagte. «Solange die Oberleitungen nicht einfrieren, ist es okay.»

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