Offenbach. Höhepunkt des Sommers: Heißluft aus Süden hat die Temperaturen in Deutschland am Donnerstag auf Jahreshöchstwerte getrieben und für einen echten Hundstag gesorgt. Schon am Morgen war es im Westen 27 Grad heiß, in Aachen zeigte das Thermometer um 11.00 Uhr knapp 30 Grad.

Mittags wurde an zahlreichen Orten zwischen dem Bodensee und Bremen die 30 Grad-Marke überschritten, um 15.00 Uhr meldeten etliche Stationen 35 Grad und mehr. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es in Heidelberg, Münster und Belefeld 36 Grad heiß.

Bei solchen Werten können bereits von selbst örtliche Gewitter entstehen: Die heiße, feuchte Luft steigt nach oben, gibt beim Abkühlen Wasser ab, Wolken bilden sich, werden größer, und irgendwann entladen sie ihre Wasserfracht, begleitet von Blitz und Donner. "Die Auslösetemperaturen sind erreicht", sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold.

Der DWD warnte für fast ganz Deutschland vor extremer Wärmebelastung, ausgespart blieb nur die Ostseeküste. Der zunehmende Feuchtigkeitsgehalt in der Luft ließ die "gefühlte" Temperatur auf mehr als 38 Grad steigen. Für die Lüneburger Heide und mehrere ostdeutsche Regionen galt akute Waldbrandgefahr.

Die Hitze trieb auch die Ozonwerte in die Höhe. In Baden- Württemberg wurden für den Nachmittag an den Messstationen im Rheintal Werte von über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erwartet.

Empfindlichen Menschen wird bei solchen Werten empfohlen, sich im Freien nicht anzustrengen. Hohe Ozonkonzentrationen können Reizungen der Schleimhäute und der oberen Atemwege auslösen.

Der deutsche Hitzerekord von 40,2 Grad, der im Supersommer 2003
gleich an zwei Orten - Freiburg und Karlsruhe - gemessen wurde, war
nach Einschätzung der Meteorologen nicht in Gefahr. Dazu brauche es
schon eine längere Hitzeperiode, sagte Dorothea Paetzold vom DWD.

Abkühlung brachten schon am Vormittag im Westen die ersten
Gewitter einer Front von Tief "Eberhard", die bis zum Freitag ganz
Deutschland mit heftigen Gewittern Richtung Osten überqueren sollte.
Dabei wurden Starkregen, Hagel und Sturmböen erwartet.

Danach können lle wieder durchatmen: Hoch "Mara" sorgt mit angenehmen, aber immer noch sommerlichen Temperaturen um 25 Grad für ein sonniges Wochenende.

Mit Temperaturen bis zu 40 Grad erreichte die Hitzewelle in Frankreich am Donnerstag ihren Höhepunkt. In Paris blieb es stickig-heiß, nachdem am Mittwoch dort mit 35,6 Grad ein Jahres-Höchstwert gemessen worden war. In Südfrankreich galt erneut Hitzealarm.

Im Westen und Süden brachten heftige Gewitter mit Hagel bereits stellenweise kräftige Abkühlungen. In der südfranzösischen Region Ardèche wurden sieben Menschen beim Duschen im Schwimmbad von einem Blitz getroffen, sie kamen aber mit dem Schrecken davon.

In Spanien und Portugal vernichteten Waldbrände Tausende von
Hektar Wald- und Buschland. In der Gegend von Saragossa im Nordosten
Spaniens kämpfte die Feuerwehr in einem Militärgebiet gegen eine
Feuersbrunst, der bereits 6000 Hektar Wald zum Opfer gefallen waren.

Stürmische Winde und Trockenheit fachten in Griechenland Buschbrände
an. Die Löscharbeiten wurden von Böen bis zu Windstärke elf
behindert.

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