Das Leben einer Milchkuh ist üblicherweise ein kurzes – auf dem Bauernhof von Albert Ritter lebt eine muhende Greisin.

Lüneburg. Alfred Ritters lebt in Barförde. Der Landwirt hat derzeit 80 Kühe, aber Thea ist sein Lieblingstier. In der Region ist die Schwarzbunte bereits eine Berühmtheit, selbst das Fernsehen war schon da. Thea ist 17 Jahre alt und damit eine Kuh-Greisin. „In 17 Jahren wächst einem eine Kuh nun mal ans Herz“, bekennt Ritters. Thea hat Glück – die meisten der mehr als vier Millionen Milchkühe sterben jung, fast alle enden beim Schlachter. „17 Jahre ist sehr ungewöhnlich, das erreichen nur ganz wenige Einzeltiere“, bestätigt Rinderexperte Jakob Groenewold von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

„In 17 Jahren wächst einem eine Kuh nun mal ans Herz.“

Albert Ritters, Landwirt Die Ursache für das frühzeitige Ableben ist klar: „Milchproduktion ist Höchstleistung“, heißt es bei der Bundestierärztekammer. „Bei der enormen Belastung des Stoffwechsels führen schon geringste Fehler in Management und Fütterung zu Erkrankungen“, sagt Kammerpräsident Prof. Theo Mantel. Unter natürlichen Bedingungen werden Kühe 20 Jahre alt. „Insgesamt hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung einer Milchkuh von früher acht bis zehn auf nur noch fünfeinhalb Jahre verringert.“ Obwohl Thea den Durchschnitt von 8800 Litern nie erreicht hat, ist Albert Ritters mit ihr zufrieden. „Kürzlich wurde sie für 100 000 Kilo Lebensleistung ausgezeichnet“, sagt der 54-Jährige stolz. Auch als Mutter macht Thea eine gute Figur – 14 Kälber hat sie schon geboren. „Anfang März wird sie kalben. Vielleicht kommen danach noch zwei oder drei“, hofft Ritters. Ein Fall für den Schlachthof wird sie auch anschließend nicht: „Thea wird niemand futtern“, verspricht Ritters.

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