Skikleidung wenig umweltfreundlich
Wintersportbekleidung sollte wasserdicht und kälteabweisend sein. Dazu benötigt es spezielle Beschichtungen. Diese sind aber wenig umweltfreundlich.

Wintersportbekleidung sollte wasserdicht und kälteabweisend sein. Dazu benötigt es spezielle Beschichtungen. Diese sind aber wenig umweltfreundlich.

dpa

Wintersportbekleidung sollte wasserdicht und kälteabweisend sein. Dazu benötigt es spezielle Beschichtungen. Diese sind aber wenig umweltfreundlich.

Wuppertal (dpa/tmn) - Wintersportbekleidung muss viele Ansprüche erfüllen. Spezielle Beschichtungen machen es unter anderem möglich. Doch das geht zu Lasten der Umwelt. Deshalb raten Experten, die Kleidung lange zu tragen oder weiterzuvererben.

Wintersportbekleidung sollte sportlich geschnitten, wasserdicht und kälteabweisend sein. «Bei dieser Kleidung handelt es sich um hochfunktionale Textilien, die sehr viel aushalten und leisten müssen», erklärte Prof. Joachim M. Marzinkowski von der Bergischen Universität Wuppertal. Umweltfreundlich könnten sie kaum sein: «Hohe Funktionalität der Kleidung und modisch geprägte Beschichtungen stehen nicht im Einklang mit Ansprüchen des Umweltschutzes.» Denn Funktionskleidung könne nur durch den Einsatz von Chemie robust und zweckmäßig gemacht werden.

Wollen Wintersportler sich ökologisch korrekt verhalten, sollten sie daher vor allem einen Tipp beherzigen: «Diese hochwertigen Textilien möglichst lange tragen oder sie weitervererben», rät Marzinkowski. Das sei der einzige Weg, die Winterbekleidung sinnvoll wiederzuverwerten. Alle weiteren, von den Herstellern angepriesenen Recycling-Varianten sieht der Experte kritisch: «Recycling ist zwar theoretisch möglich, aber wegen des komplexen Aufbaus dieser Textilien sehr aufwendig.»

Meistens bestehe die Kleidung zu einem überwiegenden Teil aus einem Polyamidoberstoff, der die modische Außenseite darstellt. Dieser Stoff wird zusätzlich mit einer sogenannten Fluorcarbon-Ausrüstung wasserdicht gemacht. «Das ist auch wichtig, damit die Stoffe fleckenabweisend werden.» Dazu kämen noch eine Reihe weiterer funktionaler Komponenten, wie eine Teflon- oder Polyesterfolie als eingebaute Membran, Schaumstoff oder Vliesstoff für die Wärmedämmung sowie das Innenfutter aus Viskose- oder Polyestergewebe. Die Trennung und Wiederverwertung dieser vielen verschiedenen Stoffe hält der Experte für Umweltchemie für schwierig.

Um diese Kleidung recyceln zu können, müsste sie aus nur einer Materialart, beispielsweise aus Polyester, bestehen. Polyestergewebe als Außenstoff hat aber einen Nachteil: «Die Sonnencreme würde auf einer solchen Jacke unschöne und hartnäckig anhaftende Fettflecken hinterlassen», erklärte Marzinkowski.

Aus ökologischer Sicht löblich sei aber, dass immer mehr Anbieter darauf achteten, möglichst wenig Wasser und Energie bei der Herstellung ihrer Kleidung zu verbrauchen. «Da befinden wir uns auf dem richtigen Weg.» Ein wichtiger Hinweis für Verbraucher sei in diesem Zusammenhang der «Oeko-Tex Standard 1000», der auf eine umweltschonende Herstellung verweist. «Aber es bleibt dabei, Wintersportkleidung ist in erster Linie funktional und nicht umweltfreundlich.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer