Vor allem die Angst vor Einbrüchen lässt die Kassen klingeln. Die Messe „Security 2016“ in Essen zeigt die aktuellen Trends.

Essen. Die Sicherheitsbranche brummt. Der Gesamtumsatz betrug 2015 etwa 14,5 Milliarden Euro (2013: 12,4). Was aktuell modernste Sicherheitstechnik möglich macht, wollen rund 1000 Aussteller aus 45 Nationen vom 27. bis 30. September bei der Messe „Security 2016“ in Essen präsentieren und demonstrieren. Im Fokus steht dabei der Schutz vor Einbrechern, der angesichts der dramatisch angestiegenen Einbruchszahlen – plus 9,9 Prozent bundesweit, plus 18,1 Prozent in NRW – zu deutlichen Umsatzsteigerungen geführt hat.

Die Terrorgefahr erhöht das Sicherheitsbedürfnis

Allein bei Alarmanlagen hätten die Umsätze 2015 im Vorjahresvergleich um 7,4 Prozent auf 741 Millionen Euro zugelegt, sagte der Chef des Bundesverbandes Sicherheitstechnik, Norbert Schaaf. Bei mechanischen Sicherungen, zum Beispiel von Türen und Fenstern durch Schlösser und Beschläge, gab es laut Anbietern ein deutliches Wachstum um zehn Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Vermehrt gekauft werden laut Schaaf zum Beispiel hochwertigere Schlösser und Querriegel für Türen, Sicherungen der Fenster und Alarmanlagen, die technisch so eingerichtet sind, dass sie mit dem Smartphone des Mieters oder Hausbesitzers kommunizieren können. „Das geht so weit, dass Kunden, die auf den Malediven Urlaub machen, von dort aus die Alarmanlage abstellen können wollen, damit die Putzfrau ins Haus gelangen kann“, sagte Schaaf mit Blick auf ausgefallene Kundenwünsche. In diesem Fall habe er aber geraten, der Putzfrau doch lieber den Schlüssel zu geben.

Schaaf rechnet damit, dass der Trend zu mehr Investitionen von Privatleuten in Sicherheit weiterhin anhält. Viele Kunden seien wegen der Einbruchzahlen verunsichert. Zudem führe die öffentliche Diskussion über die Terrorgefahr zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis, wenngleich „objektiv kein Zusammenhang zu Einbrüchen besteht“, so Schaaf weiter.

Zu den weiteren Schwerpunkten der Messe zählen die Themen Schutz vor Cyber-Kriminalität, Brand- und Objektschutz. Letzteres ist laut Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft, beim Stichwort private Sicherheitsdienste deutlich verbesserungswürdig: „Es gibt leider viele schwarze Schafe.“ Das liege daran, dass man in dieser Branche zu leicht ein Gewerbe anmelden kann und eine Ausbildung nicht vorgeschrieben ist. „Junge Leute werden hier schlicht ausgebeutet“, so Olschok. Er verwies auf eine zwei- oder dreijährige Ausbildung zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft.

Die Sicherheitsbranche wird bei der Messe einen weiteren Wachstumsmarkt präsentieren: die Videoüberwachung.

Infografik: Mehr Wohnungseinbrüche in Deutschland kurbeln Sicherheitsmarkt an | Statista
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