Polizei schaut bei Kontrollen genau auf Kleintransporter mit ausländischem Kennzeichen.

Razzia
Dieser Einbrecher wurde im vergangenen Jahr bei einem Einsatz der Polizei im Rhein-Kreis Neuss gefasst. Die meisten Täter aber kommen immer noch ungeschoren davon.

Dieser Einbrecher wurde im vergangenen Jahr bei einem Einsatz der Polizei im Rhein-Kreis Neuss gefasst. Die meisten Täter aber kommen immer noch ungeschoren davon.

Dieter Staniek

Dieser Einbrecher wurde im vergangenen Jahr bei einem Einsatz der Polizei im Rhein-Kreis Neuss gefasst. Die meisten Täter aber kommen immer noch ungeschoren davon.

Düsseldorf. Es war ein sichtbares Zeichen: An hunderten Kontrollstellen, zahlreichen Wohnhäusern, Geschäften und Übergangswohnheimen im Rheinland und im Bergischen war die Polizei am Donnerstag präsent und suchte nach Hinweisen auf osteuropäische Einbrecherbanden. Die werden für die stark gestiegenen Zahlen bei Wohnungseinbrüchen verantwortlich gemacht.

Ein besonderes Augenmerk galt daher Fahrer von Kleintransportern mit ausländischen Kennzeichen. Insgesamt wurden bei der Razzia neun Personen festgenommen, fünf von ihnen waren bereits wegen Wohnungseinbrüchen zur Fahndung ausgeschrieben.

Mehrere tausend Fahrzeuge wurden auf Diebesgut überprüft

In einem Übergangswohnheim im Kölner Süden wurden drei Pistolen, bei der Durchsuchung von An- und Verkaufsläden für Schmuck Beute aus Wohnungseinbrüchen sichergestellt. In Mönchengladbach durchsuchten 100 Polizisten zwölf Gebäude. Dabei wurden Diebesgut und Einbruchwerkzeuge gefunden.

Im Kreis Neuss wurden mehr als 500 Fahrzeuge unter die Lupe genommen. Dort schlugen Einbrecher zuletzt auch häufiger zu. Prominentes Opfer war jüngst Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, zugleich auch Chef der Kreispolizeibehörde.

Fahrzeugkontrollen gab es auch in Burscheid, im Kreis Mettmann und Düsseldorf. In der Landeshauptstadt kontrollierten 200 Polizisten entlang der Autobahnen verdächtige Fahrzeuge. Ein Mann wurde festgenommen.

Technische Sicherung und Wachsamkeit sind die besten Rezepte gegen Einbrecher. Rund 40 Prozent aller Einbrüche bleiben beim Versuch stecken, weil die Bewohner richtig vorgesorgt haben. Deshalb rät die Polizei, sich bereits im Vorfeld für den Fall der Fälle zu rüsten. Ein Überblick über sinnvolle Maßnahmen.

Alle Türen, Fenster sowie Dach- und Kellerzugänge sollten mit geprüfter Sicherungstechnik geschützt werden. Muss der Einbrecher viel Zeit und Kraft aufwenden, schreckt ihn das oft ab.

Auch wenn man nur kurz außer Haus ist, sollte die Tür so oft wie möglich abgeschlossen werden. Eine nur ins Schloss gezogene Tür ist binnen Sekunden geknackt.

Niemals Fenster gekippt lassen, wenn man das Haus verlässt. Auch nicht in oberen Stockwerken. Einbrecher nutzen diese Einladung innerhalb weniger Sekunden, um ins Haus zu gelangen.

In Abwesenheit Nachbarn oder Bekannte bitten, den Briefkasten zu leeren sowie die Rollläden in unregelmäßigen Abständen zu bewegen.

Nicht einfach den Öffner an der Haustür drücken, ohne sich versichert zu haben, wer hineinkommt. Prinzipiell nur Menschen öffnen, die zu Ihnen wollen.

Die Polizei musste reagieren, denn in vielen Städten ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr erneut stark angestiegen. In Mönchengladbach etwa um zehn Prozent, der Rheinisch-Bergische Kreis meldete ein Zehnjahreshoch. Rund 400 Mal wurde 2012 in Solinger Wohnungen eingebrochen. Seit Weihnachten gab es mehr als 30 Fälle – so viel wie sonst in einem ganzen Monat.

Mit mehr Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Polizeibehörden soll in Zukunft der Fahndungsdruck auf die Täter erhöht werden. Auch im Bergischen Städtedreieck stehen Aktionen an.

Und dass die Polizei den richtigen Tätern auf der Spur ist, da ist sich das Innenministerium sicher. „Eine Vielzahl der geklärten Einbrüche führt in diese Täterkreise“, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Dadurch, dass die Polizeibehörden Tatserien und Reiserouten seit kurzem untereinander abgleichen, erhofft sich NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sich eine bessere Aufklärungsquote. Die liegt bei Wohnungseinbrüchen bisher nur bei 15 Prozent.

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