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Eine von nur fünf bisher endecktenm Exemplaren der seltene Marke.

Eine von nur fünf bisher endecktenm Exemplaren der seltene Marke.

Eine von nur fünf bisher endecktenm Exemplaren der seltene Marke.

Essen. Das ist der absolute Traum eines jeden Briefmarken- Sammlers. In einem für 55,55 Euro ersteigerten Zwölf-Kilo-Paket mit bunt gemischten Postwertzeichen aus aller Welt hat der Solinger Schlosser Thomas Boche den Fund seines Lebens gemacht. Unter tausenden von bunten Papierschnipseln entdeckte der Hobby-Philatelist eine Marke mit einem Porträt des Hollywood-Stars Audrey Hepburn.

Der seltene Fund wird unter Kennern ehrfurchtsvoll «Deutsche Blaue Mauritius» genannt. Das Seltsame dabei: Die in Berlin ordnungsgemäß abgestempelte Marke war in keinem von Thomas Boches Sammlerkatalogen verzeichnet.

Erst nach mehreren Tagen entpuppte sich der Fund als die derzeit wertvollste deutsche Nachkriegs-Briefmarke. Die Rarität, die mit bislang fünf entdeckten Exemplaren noch seltener als die echte «Blaue Mauritius» ist, wird an diesem Samstag auf der Essener Briefmarken- Messe versteigert.

Bei einem Startgebot von 30 000 Euro rechnen Experten mit einem Preis von rund 50 000 Euro. 2005 war ein durch eine anhängende Ecke des Markenbogens besonders interessantes Exemplar der seltenen Marke für 135 000 Euro versteigert worden. Ein anderes Exemplar ging für 53 000 Euro weg. Eine weitere Hepburn-Marke kommt in etwa zwei Wochen in Berlin unter den Hammer.

Eine Woche hatte der Sammler die seltsame Wohlfahrtsmarke, die Hepburn in einer Szene des Hollywood-Klassikers «Frühstück bei Tiffany» zeigt, unbeachtet liegen gelassen. «Ich konnte zunächst gar nichts damit anfangen», berichtete Boche.

Dann setze er sich an den Computer und erfuhr erste Einzelheiten über seinen ungewöhnlichen Fund aus dem Internet. Im Jahr 2001 war die Marke, die den Star mit einer Zigarettenspitze im Mund zeigt, mit einer Auflage von 14 Millionen Stück gedruckt worden. Nach einem Einspruch des Hepburn- Sohns musste die gesamte Auflage allerdings wieder vernichtet werden.

Übrig blieben einige Bögen, die zur Ansicht unter anderem an Ministerien verschickt worden waren. Die Herkunft von bislang insgesamt fünf als Zufallsfunde in den vergangenen Jahren aufgetauchten Briefmarken konnte bislang nie geklärt werden, berichtet der Düsseldorfer Auktionator Ulrich Felzmann.

«Ein solcher Fund ist wie ein Sechser im Lotto», sagt er. Finder Thomas Boche will sich nach der Versteigerung eine Reise gönnen. «Eine Woche nach Tunesien - möglichst günstig», beschreibt er seinen Urlaubstraum. Für seine eigene Briefmarkensammlung will er weiter Kiloware einkaufen. «Die ist im Moment günstig», verrät er.

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