Notfallpläne liegen in der Schublade der Landesregierung. Doch zunächst setzt das Land auf Information.

Düsseldorf. Angesichts der täglich steigenden Infektionszahlen bei der Schweinegrippe ist rund zwei Wochen vor dem Ende der Ferien eine Verschiebung des Schulstarts in Nordrhein-Westfalen nicht mehr ausgeschlossen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt steht das überhaupt nicht an. Aber wenn die Zahl der Kranken explodiert, müssen wir neu denken", sagte die Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums, Kathrin Rebbe, unserer Zeitung. Das würde eine Verlängerung der Schulferien für die 2,1 Millionen Schülerinnen und Schüler in NRW bedeuten.

Die Pläne dafür liegen in der Schublade des Ministeriums - noch. Derzeit bemühen sich die Verantwortlichen vor allem, Panikmache zu vermeiden. "Die Situation ist noch nicht eskaliert. Schulschließungen oder ein Verschieben des Schulstarts sind derzeit kein Thema", beteuerte Rebbe.

Staatssekretär Walter Döllinger (CDU) sagte: "Wir werden die nächsten 14 Tage abwarten und dann möglicherweise konkret eine solche Entscheidung treffen." Man könne den "Berg der Ansteckungen etwas verzögern, wenn man möglicherweise etwas später beginnt", sagte Döllinger dem WDR.

Am Freitag tagten im Gesundheitsministerium die Experten, um sich über den neusten Stand der Infektionen zu informieren und Strategien gegen die Pandemie zu entwickeln. Sie erfuhren dort, dass es 224 neue Fälle in NRW gab, womit sich die Gesamtzahl der Infizierten zwischen Rhein und Weser auf 2.674 erhöhte.

Die Experten einigten sich darauf, in den kommenden zwei Wochen vor dem Schulstart den Schulleitungen und den Kommunen Informationsveranstaltungen anzubieten. Das sollen die örtlichen Gesundheitsämter in die Hand nehmen. Das derzeit gültige Motto ist: "Wer krank ist, bleibt zu Hause."

Das gilt für Schüler und Lehrer. Flächendeckende Schulschließungen sollen vermieden werden, ebenso die Absage von Massenveranstaltungen wie etwa Spiele der Fußball-Bundesliga. Ab Herbst soll dann der Impfstoff zur Verfügung stehen.

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