Vorsorge: Das Virus ist außergewöhnlich aggressiv. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Mexikanische Soldaten verteilen Mundschutze an die Bevölkerung: Dadurch soll die Verbreitung der Schweinegrippe gestoppt werden.

Mexikanische Soldaten verteilen Mundschutze an die Bevölkerung: Dadurch soll die Verbreitung der Schweinegrippe gestoppt werden.

dpa

Mexikanische Soldaten verteilen Mundschutze an die Bevölkerung: Dadurch soll die Verbreitung der Schweinegrippe gestoppt werden.

Wie wird Schweinegrippe verbreitet?

Die Viren können direkt von Schwein zu Mensch übertragen werden. Der aktuelle Ausbruch in Mexiko zeigt, dass man inzwischen auch von einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung ausgehen muss. Dies geschieht zum Beispiel beim Husten oder Niesen.

Was ist die Schweinegrippe?

Die Atemwegserkrankung ist bei Schweinen sehr verbreitet, gewöhnlich sterben aber nur wenige Tiere daran. Die Viren vom Typ A/H1N1 wurden erstmals im Jahr 1930 isoliert. Wie alle Grippe-Viren verändert sich auch dieses ständig. In den vergangenen Jahren sind viele Subtypen entdeckt worden. Mit H und N werden die beiden Eiweiße der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase abgekürzt. Wie sich die aktuelle Grippe weltweit entwickeln wird, wissen die Experten noch nicht.

Welche Symptome treten beim Menschen auf?

Die Symptome sind ähnlich denen der saisonalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit sowie Husten. Einige Menschen berichten von Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Kann man durch den Verzehr von Schweinefleisch erkranken?

Die US-Gesundheitsbehörde CDC geht davon aus, dass Schweinegrippe-Viren nicht durch Nahrungsmittel übertragen werden, und weist darauf hin, dass ein Erhitzen von Schweinefleisch auf 72 Grad Celsius die Viren sicher abtötet.

Welche Medikamente stehen zur Verfügung?

Epidemie Eine Erkrankung kommt stark gehäuft, aber örtlich und zeitlich begrenzt vor. Dazu gehören Grippe, Typhus und Cholera. Pandemie Eine Epidemie, die sich über Länder hinweg ausbreitet, heißt Pandemie. Dazu zählen Aids und die Pest im Mittelalter. Endemie Eine Infektionskrankheit ist einheimisch geworden und tritt ständig innerhalb eines begrenzten Gebiets auf (Masern) .

Deutschland In Deutschland ist noch kein Fall aufgetreten. Europa In Frankreich und Spanien kamen je drei Menschen wegen Symptomen ins Krankenhaus. Alle außer einem waren vorher in Mexiko oder den USA. Mexiko Es gibt 81 Grippetote. Jedoch wurde in nur 20 Fällen der neu aufgetretenen Schweine-Virus nachgewiesen. Mehr als 1320 Menschen wurden untersucht. USA Es gibt 19 bestätigte Fälle von Schweinegrippe, sieben in Kalifornien, zwei in Texas, zwei in Kansas und acht in New York. 100 New Yorker Schüler haben Symptome. Neuseeland Zehn Schüler kamen nach einer Studienreise in Mexiko mit Symptomen in Quarantäne. Kolumbien In Bogotá traten fünf Verdachtsfälle bei Reisenden auf. Israel Ein Verdachtsfall bei einem Mexiko-Reisenden. (Stand Sonntagabend)

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat erste Hinweise, dass die neueren Grippemedikamente Tamiflu (Wirkstoff Oseltamivir) und Relenza (Wirkstoff Zanamivir) bei der aktuellen Schweinegrippe wirksam sind.

Gab es in der Vergangenheit bereits Ausbrüche dieser Grippe?

In Amerika gab es im Jahr 1976 einen Ausbruch unter Soldaten. Vier Soldaten erkrankten an einer Lungenentzündung. Es gab einen Todesfall.

Welche Behörden sind in Deutschland zuständig?

Der nationale Pandemieplan regelt die Zuständigkeit bei gefährlichen Grippewellen und anderen Pandemien. Das dem Bundesgesundheitsministerium zugeordnete Robert-Koch-Institut (RKI) beobachtet permanent die weltweite gesundheitliche Gefährdungslage. Im aktuellen Fall der Schweinegrippe steht das RKI im ständigen Informationsaustausch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Wie schätzt das Robert-Koch-Institut die Lage ein?

Die Experten warnen eindringlich vor Panik. Die Erkrankungsfälle in den USA verlaufen bisher glimpflich. Die Viren der Schweinegrippe in Mexiko und der USA ähneln sich zwar, sind aber unterschiedlich, so dass die Gesundheitsexperten davon ausgehen, dass es keinen Virentransport aus Mexiko gegeben hat.

Gibt es in Deutschland genug wirksame Medizin gegen die Schweinegrippe?

Laut nationalem Pandemieplan sind die Bundesländer verpflichtet, einen Vorrat des Grippemittels Tamiflu für 20 Prozent der Bevölkerung anzulegen. Mit dem Tamiflu-Vorrat versorgt würden im Ernstfall aber auch vordringlich Polizei, Feuerwehr, Krankenhauspersonal und Sanitätsdienste zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.

Wie würde sich eine Pandemie in Deutschland auswirken?

Bei einer schweren Virusgrippewelle mittlerer Intensität rechnen die Experten damit, dass sich 30 Prozent der Bevölkerung infiziert. Die Zahl der Arztbesuche würde explosionsartig auf bis zu 13 Millionen ansteigen. lk/dpa

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