Noch ist nicht alles über das Virus bekannt. Hier einige Daten und Fakten, die man wissen sollte.

Derzeit bekommen die ersten Testpersonen den neuen Impfstoff gegen die Schweinegrippe gespritzt.
Derzeit bekommen die ersten Testpersonen den neuen Impfstoff gegen die Schweinegrippe gespritzt.

Derzeit bekommen die ersten Testpersonen den neuen Impfstoff gegen die Schweinegrippe gespritzt.

dpa

Derzeit bekommen die ersten Testpersonen den neuen Impfstoff gegen die Schweinegrippe gespritzt.

Düsseldorf. Vieles ist mittlerweile über die Schweinegrippe bekannt. Aber dennoch gibt es noch offene Fragen. Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut und Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut helfen, die dringensten Fragen zu beantworten:

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr? Ist sie höher als bei einer normalen Grippe?

Das lässt sich schwer sagen. Das Virus ist jedenfalls leicht von Mensch zu Mensch übertragbar, und da es neu ist, gibt es auch kein oder so gut wie kein Immunsystem, das etwas entgegenzusetzen hätte.

Wie lange überlebt das Virus draußen, bzw. wie steckt man sich direkt an?

Die Überlebenszeit hängt vom Untergrund, von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung ab, da lässt sich kein definierter Wert nennen. Die Übertragung über Hände und angefasste Gegenstände ist möglich, der Hauptweg sind sicher die Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen ausgestoßen und vom Gegenüber eingeatmet werden.

Wie sehr schützen Hygiene-Masken?

Eine Hygiene-Maske, wie man sie aus dem Krankenhaus kennt, sorgt dafür, dass sich die Anzahl der eingeatmeten Erreger verringert. Sie schützt nicht vollständig. Eine "Chirurgen-Maske", die das Personal im OP trägt, soll den Patienten vor den Ausscheidungen des Trägers schützen.

Für das Personal selbst bietet sie nur bedingt Schutz. Über ihre Wirksamkeit bei einer Pandemie gibt es bislang keine geeigneten Daten. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation auch in ihrem Pandemie-Plan keine Masken für die Bevölkerung.

Welche Symptome treten bei den Erkrankten auf? Wie lange dauert es bis zur Erkrankung?

Kontakt: Erkrankte sollten auf Körperkontakte wie Umarmen, Küssen verzichten. Bei direktem Kontakt sollten sie einen Mundschutz tragen. Zudem sollten sie im seperaten Raum schlafen. Sauberkeit: Generell sollte auf Sauberkeit geachtet werden - vor allem im Bad und auf der Toilette. Aber auch in der Küche ist die Sauberkeit besonders wichtig. Regelmäßig Hände waschen. Naseputzen: Infizierte sollten ein Einmaltaschentuch benutzen. Dieses sollte auch wirklich nur einmal benutzt und sofort entsorgt werden, z. B. in einer am Bett bereitliegenden Plastiktüte. Zudem sollte man sich - wenn möglich - anschließend die Hände waschen.

Die Symptome sind hohes Fieber (39 Grad), Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Einige Erkrankte klagen auch über Durchfall und Erbrechen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung dauert in der Regel drei bis fünf Tage. Schon kurz vor Auftreten der Symptome besteht Ansteckungsgefahr.

Welche Medikamente stehen zur Verfügung?

Am besten wird die Schweinegrippe mit den sogenannten Neuraminidasehemmern Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relanza) behandelt. Diese Arzneimittel sind rezeptpflichtig und sollen unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Denn eine Unterdosierung kann beispielsweise die Entstehung von resistenten Viren begünstigen.

Sind Menschen, die einmal an der Schweinegrippe erkrankten, danach immun?

Das ist unwahrscheinlich. Michael Pfleiderer, Leiter des Fachgebiets Virusimpfstoffe des Paul-Ehrlich-Instituts, begründet das in der "Ärztezeitung" wie folgt: "Da die Krankheit vergleichsweise mild verläuft, kann keine Immunisierung gegen das Virus stattfinden." Das sei mit vielen anderen Erregern ebenso: Milde verlaufende Infektionen hinterlassen keine ausgeprägte Immunität. Auch wer schon mit dem Virus infiziert war, braucht daher die Impfung.

Wie wird der Impfstoff auf seine Verträglichkeit getestet?

Vor der Zulassung muss der Impfstoff eine klinische Testphase durchlaufen, die Anfang der Woche begonnen hat. Der neue Impfstoff wird an mehreren hundert gesunden Testpersonen zwischen 18 und 60 Jahren sowie an Kindern auf Verträglichkeit geprüft.

Jede Testperson bekommt zunächst zwei Impfungen sowie nach einem Jahr eine Auffrischungsimpfung. Zur Kontrolle wird den Teilnehmern fünfmal Blut entnommen, und sie werden fünfmal telefonisch befragt.

Welche Nebenwirkungen sind bei der Impfung zu erwarten?

Es kann wie bei der herkömmlichen Grippeschutzimpfung innerhalb von ein bis drei Tagen an der Impfstelle zu leichten Schmerzen, Rötungen sowie einer Schwellung der Lymphknoten kommen. Auch leichte Erkältungssymptome, Fieber oder Kopfschmerzen können auftreten.

Unerwartete Nebenwirkungen sind laut den Impfexperten des Paul-Ehrlich-Instituts nicht ausgeschlossen, wenn überhaupt, treten sie aber sehr selten auf. Ihre Erfahrungen basieren auf der Verträglichkeit der Impfstoffe der vergangenen Jahre. Da sich der neue Impfstoff nur sehr gering von den üblichen Grippeimpfstoffen der vergangenen Jahre unterscheidet, kann man Vergleiche ziehen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass das Virus mutiert? Wirkt dann der Impfstoff noch?

Die Mutationswahrscheinlichkeit lässt sich nicht voraussagen. Eventuell ist durch die ungebremste Verbreitungsmöglichkeit derzeit der Mutationsdruck geringer.

Hat man durch eine normale Grippeschutzimpfung eine höhere Immunität?

Nein, der Impfstoff gegen die saisonale Welle schützt nicht, das wurde untersucht.

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