Mainz. In Deutschland ist erstmals ein Fall von Schweinegrippe bei einem Hausschwein bekanntgeworden. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz habe das neue H1N1- Influenzavirus bei dem Tier nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium in Mainz am Donnerstag mit.

"Es besteht kein Grund zur Aufregung", betonte Ministerin Margit Conrad (SPD). Wegen der großen Zahl erkrankter Menschen sei ein Befund bei Schweinen über kurz oder lang zu erwarten gewesen. Diese Virusinfektion sei nicht meldepflichtig. Menschen können sich nicht durch Schweinefleisch- Produkte infizieren.

Vermutlich sei das Tier von einem Menschen angesteckt worden. Forscher vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems hatten bereits bei Versuchen festgestellt, dass auch Schweine anfällig sind für das Virus. Die Labortiere entwickelten milde Grippesymptome wie Niesen, Schnupfen, Fieber und Durchfall. Zugleich erbrachte das Team einen Beweis für die Viren-Übertragung von Schwein zu Schwein.

Der Betrieb mit dem kranken Schwein in Rheinland-Pfalz wurde für kurze Zeit geschlossen, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Meldungen über H1N1-Infektionen bei Schweinen gab es bislang unter anderem aus den USA, wo das Virus bei einem Tier auf einem Jahrmarkt im Bundesstaat Minnesota entdeckt wurde. Zuvor war die Krankheit bereits in Argentinien und Kanada auf Schweine übergesprungen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer