Am Pariser Flughafen weinen Angehörige. Sarkozy spricht Trauernden sein Beileid aus. Am Dienstag sollen die Flaggen auf Halbmast wehen.

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Die Angehörigen der Opfer des Air-France-Unglücks stehen unter Schock. Der Langstreckenflieger ist offenbar über dem atlantischen Ozean abgestürzt.

Die Angehörigen der Opfer des Air-France-Unglücks stehen unter Schock. Der Langstreckenflieger ist offenbar über dem atlantischen Ozean abgestürzt.

dpa

Die Angehörigen der Opfer des Air-France-Unglücks stehen unter Schock. Der Langstreckenflieger ist offenbar über dem atlantischen Ozean abgestürzt.

Paris. "Retardé", "verspätet", meldet die Anzeigetafel für den Flug AF 447. Dabei lassen die bedrückten Mienen des Air-France-Personals im supermodernen Terminal 2E des Pariser Flughafens Charles de Gaulle schon längst erkennen, dass sich minütlich auch die letzte Hoffnung verflüchtigt, die Maschine aus Brasilien mit 228 Menschen an Bord könnte noch wohlbehalten landen.

Bis zuletzt haben sich Angehörige und Freunde an die kleine Hoffnung geklammert, der Airbus sei womöglich entführt worden, würde irgendwo bald wieder auftauchen. Doch als Mitarbeiter der größten europäischen Fluglinie die Wartenden in der Ankunftshalle diskret beiseite nehmen und in einen abgeschirmten Bereich führen, wo schon Ärzte und Psychologen warten, dämmert jedem, dass Schreckliches passiert ist.

Geschockt, mit versteinerten Gesichtern oder weinend, vernehmen die Angehörigen die furchtbare Nachricht an diesem eben noch so friedlichen Pfingstmontag.

Auf einer Pressekonferenz berichtet der erschütterte Air-France-Generaldirektor Pierre-Henri Gourgeon, dass der Airbus eine halbe Stunde nach dem letzten Kontakt mit dem brasilianischen Kontrollzentrum gegen vier Uhr früh Pariser Zeit - knapp vier Stunden nach dem Start in Rio - in eine Sturmzone geflogen sei. Eine Viertelstunde später habe das Kontrollzentrum automatische Meldungen über den Ausfall mehrerer Systeme an Bord empfangen.

Dann sei der Langstreckenflieger verschollen, vermutlich in der Region der Kapverdischen Inseln abgestürzt. Unter den Passagieren sollen mehr als 20 Deutsche gewesen sein. Im Hinblick auf die Unglücksstelle gehen die Vermutungen allerdings weit auseinander. Für Air France ist es neben dem Concorde-Absturz mit 113 Toten vor neun Jahren die größte Tragödie in der Unternehmensgeschichte.

In Frankreich wehen die Flaggen auf Halbmast

Der Air-France-Airbus hebt in Rio ab.

Letzter Funkkontakt mit brasilianischer Flugleitzentrale.

Automatisch abgesetzte Botschaften melden einen teilweisen Funktionsausfall.

Militärbehörden forschen nach Radarsignalen.

Laut Flughafenbehörde besteht "keine Hoffnung" mehr für Maschine und Insassen.

Auf den schlimmsten aller Fälle hatten sich die französischen Behörden schon eingerichtet, als das Flugzeug offiziell lediglich als vermisst galt. Das Außenministerium richtete bereits Stunden vor dem eigentlichen Landetermin um 11.10 Uhr einen Krisenstab ein, bereitete die Schaltung von Sondernummern für Angehörige im In- und Ausland vor.

Auch der Präsident, der als neue französische "Air Force One" unlängst eine Maschine dieses Typs geordert hatte, zeigte sich "zutiefst beunruhigt" und beorderte einige Minister Richtung Flughafen. Am Nachmittag suchte Nicolas Sarkozy selbst das Krisenzentrum auf, um den Angehörigen sein Beileid auszusprechen. Am Dienstag sollen die Flaggen auf Halbmast wehen.

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